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Warum es so wichtig ist, eine Vision zu haben

Warum es so wichtig ist, eine Vision zu haben

Auszug aus meinem Buch „Kopf gewinnt

Eine Vision ist manchmal wie ein Traum, der Zugkraft entfalten kann, eine Art Über-Ziel. Visionen sind kraftvolle Bilder, für die es lohnt aufzustehen und arbeiten zu gehen. Eine Vision ist die klare Vorstellung, ein Bild von der Zukunft, mit einem großen, kühnen, lebendigen und anspruchsvollen Ziel, das in zehn oder 30 Jahren erreicht werden soll. Aus Visionen können Ziele werden, eine Vision kann mehrere Ziele in sich vereinen. Doch zunächst ist eine Vision per Definition eine im Hinblick auf die Zukunft entworfene, oft träumerische Vorstellung oder Imagination bezüglich eines Zustands (vgl. www.wissen.de). Sie ist sehr weit weg, einfach und bildhaft. Diese Vorstellung stiftet Sinn, gibt einen Fokus, fokussiert Energie, motiviert und bewirkt, dass wir uns anstrengen, um Bestleistungen zu bringen. Eine Vision stellt einen größeren Zusammenhang her. Sie ist eine von uns und unserer Zukunft entworfene Vorstellung. Sie gibt die Richtung der Entwicklung vor, wert-orientiert, mitreißend, verpflichtend nach innen und nach außen, meist nicht völlig klar, eher verschwommen. Synonyme für das Wort Vision sind z.B. Lebenszweck, Lebensaufgabe oder Mission State.
Um eine Vision zu entwickeln, helfen uns Fragen wie: Wo will ich hin? Wo geht es hin? Wie sehe ich mich in der Zukunft? Was will ich erreichen? Warum tue ich das? Wofür tue ich das? Wofür steht meine berufliche Tätigkeit? Was würde mich glücklich machen? Wie soll sich das anfühlen? Meine größten Momente von Glück und Erfüllung? Wozu stehe ich auf? Wozu arbeite ich? Wozu verdiene ich Geld? Welche Werte verkörpere ich? Wie sieht meine „Mission“ aus?

Auch für ein Unternehmen lässt sich eine Vision entwickeln. Sie sollte zum Ausdruck bringen, wofür das Unternehmen steht. Folgende Fragen sind dafür hilfreich: Was ist der Zweck des Unternehmens? Wofür steht das Unternehmen? Welchen Beitrag will das Unternehmen leisten? Wo will man in den nächsten zehn oder 30 Jahren hin? Was würden die Mitarbeiter voller Stolz über das Unternehmen sagen? Was würde die Presse über das Unternehmen schreiben? Walt Disney nannte als seine Vision für sein Unterhaltungsimperium einst: Menschen unterhalten und glücklich machen. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens dessen Vision verstehen. Aus welchen Gründen? Weil nur dann auch wirklich alle, Mitarbeiter wie Führungskräfte, im Unternehmen mit ihrem Bestreben in die gleiche Richtung ziehen. Betrachten Sie die Vision Ihres Unternehmens mal genauer. Bei näherer Betrachtung werden Sie feststellen, dass die Vision das stärkste Mittel ist, um Mitarbeiter ebenso wie Kunden ans Unternehmen zu binden. Wohlgemerkt, eine Vision ist kein Garant für Erfolg, aber sie ist seine Initialzündung. Wer erreichen will, dass alle im Unternehmen an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen, muss seine Mitarbeiter auf die Vision einschwören.

Der deutsche Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn sagt über die Vision, die seine Karriere begründete: „Meine Vision, und sie stand schon sehr früh für mich fest, war folgende: Ich wollte der beste Torhüter der Welt werden. Der beste Torhüter der Welt! Der beste! Eine gewaltige Vision, gewaltig weit weg damals, ein Über-Über-Ziel. Irgendwie gar nicht nebulös, sondern sehr konkret. Ein gewaltgier Anspruch an mich selbst, den ich mir mit dieser Vision auflud“ (Kahn, 2010).

Was der Vision fehlt, ist die Strategie zur Umsetzung. Das gilt auch für Wünsche. Sie sind gefühls- und lustbezogen, wirken als treibende Kraft. Doch die Erfüllung des Wunsches bleibt meist dem Zufall überlassen und unterliegt manchmal allein unserem Einfluss. Der Wunsch ist sozusagen Vater des Ziels. Erst die Entwicklung einer Strategie zur Umsetzung macht aus einer Vision oder einem Wunsch ein Ziel. Der Weg zum Erfolg wird von klaren, positiven, aktiven Ziele (Ergebnis- und Prozessziele) bestimmt. Haben Sie Ihre Ziele klar definiert? Und wissen Sie, wo Sie gerade stehen? Eine Standortbestimmung ist unerlässlich, um zu wissen, welchen weiteren Weg Sie beschreiten wollen. Wenn ich mein Ziel kenne, aber meinen Standort nicht, kann ich meinen Weg zum Ziel nicht planen. Häufig machen wir uns Gedanken über unsere Ziele und die des Unternehmens, für das wir arbeiten, aber keine Gedanken über unseren Standort.

Welche Wünsche liegen Ihren Zielen zugrunde? Haben diese Wünsche noch etwas damit zu tun, wo sie heute stehen? Wer als Kind z.B. den großen Wunsch hegt, Weltmeister zu werden in einer bestimmten Sportart, braucht nicht nur Selbstvertrauen, Fleiß und Disziplin, sondern auch gute Trainer und Unterstützung durch Familie und Freunde – erst dann wird aus einem Wunsch ein Ziel, weil dann eine Strategie entsteht.

 

Übungen zur Visionsentwicklung

Das Fernsehporträt

Wir stellen uns vor, dass in zehn Jahren ein Fernsehsender einen Beitrag über unser bisheriges Lebenswerk ausstrahlen will. Einen Film über all die Dinge, die uns wichtig sind. Über Projekte, die wir realisiert haben und vor allem über jene Menschen, die uns auf unserem Weg begleitet haben. Welche Bilder werden gezeigt? Wer taucht an unserer Seite auf? Worauf sind wir besonders stolz? Welche Ziele haben wir schon erreicht – und welche Träume gilt es noch zu verwirklichen? Was berichtet der Sender? Danach stellt uns der Moderator noch zwei Fragen: Wie haben Sie das alles geschafft? Und: Welche Ihrer Talente und Stärken waren bei der Umsetzung besonders wichtig?

Für die Antworten haben Sie nur fünf Minuten Zeit. Schreiben Sie alles auf, was Sie sagen wollen.

Diese Übung können Sie regelmäßig wiederholen. Sie ist wunderbar, um uns die eigene Stärken, aber auch Wünsche und scheinbare Grenzen bewusst zu machen. In Situationen, in denen wir an uns zweifeln, kann die Vision unseres Ichs uns Mut schenken, weiterzumachen und sich selbst treu zu bleiben.

Vision

Diese Übung ist sehr effektiv und kostet Sie nur fünf Minuten täglich. Schreiben Sie schnell, ohne nachzudenken oder zu pausieren, Sätze auf, die wie folgt beginnen: „Ich möchte…“, „Ich will…“, „Ich hätte gern…“, „Ich wünsche…“ Bedingung: Die Sätze müssen positiv formuliert sein. Das kennen Sie bereits von den Affirmationen. Worte wie „nicht“, „nichts“, „kein“ sind tabu.

Wenn Sie Ihre Visionen in einem Büchlein dokumentieren, merken Sie rasch, was und wohin Sie wollen, welche Visionen nach Umsetzung schreien. Ich mache diese Übung mindestens einmal pro Jahr. Dann überlege ich bewusst oder unbewusst tagsüber, was ich abends in mein Buch schreiben möchte und muss. Diese Arbeit hält mich im Prozess zur Zielerreichung. Wesentliche Dinge können Sie wiederholen, auch wenn es dieselben Sätze oder Worte sind. Diese Übung kann zu einer Art Gebet werden. Vergessen Sie bei Ihren Überlegungen nicht Ihre Gesundheit. Es sollten nicht nur materielle oder berufliche Dinge auf der Liste zu finden sein.

Für die Realisierung Ihrer Visionen sollten Sie sich, je nach Inhalt, einen Zeitraum von acht Wochen bis zu zwei Jahren setzen. Formulieren Sie erste Umsetzungsschritte: Was ist konkret zu tun, um die Vision zu realisieren? Wir müssen uns klar sein über die Bedingungen. Oftmals haben wir falsche Vorstellungen von den Voraussetzungen zur Realisation. Wenn ich Sie frage, welche Bedingungen fürs Bergsteigen erforderlich sind, werden Sie vielleicht antworten: Leine, Ausrüstung, Berg, Beine, Kleidung etc. Falsch. Es braucht zum Bergsteigen lediglich einen Berg – und den Willen, ihn zu besteigen.

© Ihre Antje Heimsoeth

Literaturverzeichnis

Kahn, O. (2010) Ich. Erfolg kommt von innen. 2. Auflg., Goldmann, München, S. 51-55; 73.

Heimsoeth A. (2017) Kopf gewinnt. Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke. SpringerGabler

Über die Autorin

Antje Heimsoeth, Diplom-Ingenieurin (FH), Coach, ECA und DVNLP, zert. Mental Coach, Gesundheitstrainerin, ECA Sport Coach (Master Competence), zert. Entspannungspädagogin, zert. Business Coach und Top-Speakerin mit mentalem Olympiafaktor: Go for Gold! mit eigenem Institut Heimsoeth Academy. Mehrfach ausgezeichnete Keynote-Speakerin (Speaker des Jahres 2021, „Vortragsrednerin des Jahres 2014“) und ehemalige Leistungssportlerin. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS).  Gastrednerin an Universitäten. Ende 2019 wurde sie zum Senat der Wirtschaft berufen und so Teil eines exklusiven Kreises von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Mit ihrer Expertise geht sie häufig auf Sendung bei Fernsehsendern wie RTL Aktuell, n-tv, Sky, BR, nrw.tv, Hamburg1 und RFO, in Zeitungen wie F.A.Z. , WELT und WELT AM SONNTAG sowie bei Radiosendern wie Bayern 3 – Frühaufdreher, Sport1, BR und ManagementRadio.

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