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Frau zu sein bedarf es … mehr

Frau zu sein bedarf es … mehr - Antje Heimsoeth

„Zu klar“. So lautete das Feedback am Anfang eines Seminars, das ich von den Teilnehmerinnen bekam. Meine selbstbewusste, geradlinige Art hatte für Gesprächsbedarf gesorgt – und mir wieder einmal vor Augen geführt, wie sehr weibliches Selbstbewusstsein für Diskussionsstoff sorgt. Selbstbewusste Frauen polarisieren. Während der gesellschaftliche Tenor in Zeiten von #Me too und Frauenquote mehr davon verlangt, beweist sich im täglichen Miteinander immer wieder, wie unbequem es manchem wird, wenn frau zu stark, zu individuell, zu unabhängig auftritt. Wir wünschen uns Authentizität und halten sie dennoch schlecht aus, scheint es.

… mehr Einzigartigkeit

Brené Brown, eine US-amerikanische Psychologin, die viel zum Thema Verletzlichkeit, Scham, Authentizität und innere Stärke bei Frauen geforscht hat, hält deshalb den Perfektionismus, nach dem viele Frauen streben, um ein Schutzschild gegen Angriffe aufzubauen und die Kontrolle zu behalten, für eines der größten Hindernisse zum erfüllten Dasein. Wer statt Ecken und Kanten nur eine teflongleiche, schier makellose Oberfläche zeigt, wird irgendwann unsichtbar. Sich unverfälscht und offen zu zeigen, braucht Mut und Kraft, keine Frage. Doch noch viel mehr Energie kostet es, sich hinter einer Fassade zu verbergen und nur einer bestimmten Außenwirkung hinterher zu hecheln. Brown ermutigt deshalb Frauen dazu, sich ihrer Einzigartigkeit bewusst zu werden anstatt sich ständig mit anderen zu vergleichen – und unser Leben nicht in einer Ritterrüstung zu verbringen.

… mehr Selbstliebe    (>> Blogartikel Selbstliebe)

Zu selbstbewusst und zu stark. Das ist die eine Seite, die die Seminarteilnehmerinnen von mir wahrgenommen haben. Doch in jedem von uns sind beide Pole angelegt: Schwächen und Stärken. Soweit das Pendel in die eine Richtung ausschlägt, kann es auch in die andere Richtung ausschlagen. Eine unserer größten Aufgaben ist deshalb, sich mit sich selbst wohl fühlen zu lernen. Das klingt einfacher, als es oftmals ist. Egal, womit wir hadern – sei es unser Körper, unsere Haare, unsere Angst, vor einer größeren Gruppe zu sprechen oder 1001 anderer Grund für Selbstzweifel – sobald andere hierzu eine kritische Anmerkung machen, scheint unser mühsam erworbenes Gleichgewicht wieder ins Wanken zu geraten. Dann hängt es von einem guten Selbstmanagement ab, wieder ins Lot zu kommen. Selbstgespräche können dabei helfen:

Tipp: Wohlwollende Worte zur Wertsteigerung

Finden Sie für sich Sätze, die zu Ihnen passen, realistisch und gleichzeitig positiv sind, z.B.

  • Ich bin okay, unabhängig davon, wie ich aussehe.
  • Mein Körper ist mein Freund.
  • Ich bin stolz auf meine Fähigkeiten.

Wenn Sie Sätze gefunden haben, mit denen Sie gut arbeiten können, dann lesen Sie sich diese Sätze laut vor. Lernen Sie sie auswendig, um sie morgens unter der Dusche aufzusagen. Nehmen Sie sich täglich feste Zeiten, morgens und abends, um diese Botschaften auszusprechen und sie auf diese Weise zu konstanten Gedanken zu machen. Sie werden spüren, wie positiv sie mit der Zeit wirken. Denn Sie programmieren Ihre Gedanken Stück für Stück um. Damit verändern Sie Ihr Fühlen und Verhalten. Und das trägt dazu bei, sich mehr und mehr eins mit sich zu fühlen, auch mit allen Schwächen, die zu Ihnen gehören.

… mehr Bewusstsein

Wenn wir uns mit anderen vergleichen und uns dabei klar wird, dass der oder die andere etwas hat, das wir nicht besitzen, kommt Neid auf. Unweigerlich fragen wir uns, warum wir das nicht besitzen. Neid macht sich oft breit, wenn es um Besitz und materielle Güter geht. Doch wir können auch auf Erfolg, auf Leistung oder auf körperliche Vorzüge neidisch sein. Wenn uns der Neid regiert, steckt darin auch ein Stück weit Anerkennung für die Leistung, das Aussehen oder die Fähigkeiten eines anderen Menschen: „Das muss der Neid ihm oder ihr lassen!“. Neid kann durchaus positive Effekte haben, wenn er uns als Ansporn oder Motivation dient, Gleiches zu erreichen. Wir sollten nur nicht darin stecken bleiben.

Tipp: Hinschauen – worauf verweist Ihr Neid?

Analysieren Sie, worauf Sie eigentlich genau neidisch bei Ihrem Gegenüber sind.

  • Was hat der andere dafür getan, dass er sein Ziel, den Erfolg, den Status oder das Wissen erreicht hat?
  • Was wären der Preis und die Auswirkungen auf mein Leben, wenn ich dasselbe investieren würde – finanziell, zwischenmenschlich und zeitlich?
  • Wäre ich bereit, diesen Preis zu zahlen?

Neid entsteht dann, wenn wir innerlich jemand anderen größer machen als er ist. Genau das ist mir als Rednerin früher so gegangen: Bei den jährlichen internationalen Speaker-Treffen habe ich die Vorträge und Auftritte meiner Kollegen verfolgt und sie innerlich viel größer gemacht, als sie eigentlich sind. In diesen Momenten habe ich andere er- und sogar überhöht, mich selbst hingegen klein gemacht. Meine intensiven Vorbereitungen, meine langjährige Erfahrung und eigene Erfolge habe ich mir selbst gegenüber nicht anerkannt. Viele Menschen tun sich genau damit schwer. Neidgefühle entstehen auch dann, wenn wir zu hohe Erwartungen an uns und das Leben haben oder uns gerade in einer Lebenskrise befinden. Was dann hilft, ist das Bewusstsein über die eigene Einzigartigkeit. Am Ende meines Seminars war der Tenor der Teilnehmerinnen übrigens ein ganz anderer. Da hieß es: „Bleib so, wie du bist, Antje! Uns fehlt (noch) deine Klarheit und deshalb hatten wir ein Thema damit.“ Erkenntnis ist der erste Schritt, Entwicklung der nächste.

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… mehr Vielfalt

Die eigene Einzigartigkeit zu akzeptieren und wertzuschätzen, gehört zu den größten Herausforderungen für uns – und nicht selten auch für unser Umfeld. Wir müssen lernen, dass „zu“ kein Indiz für Mangel oder Überfluss an etwas ist, sondern nur ein Hinweis auf Ecken und Kanten, die uns zu einer echten Persönlichkeit werden lassen. Wir Frauen tun gut daran, uns selbst zu lieben, wie wir sind, und uns auch genauso zu zeigen. Lasst uns unsere Vielfalt lieben und leben – und lasst uns jede auf ihre Weise uns selbst sein! Wer sich selbst treu ist, lebt authentisch. Und das ist der Schlüssel zum Einklang mit sich selbst. Und wer im Einklang mit sich selbst ist, muss nicht nach Selbstvertrauen streben, denn er lebt es. Täglich. Und ohne andere Meinungen über das eigene Selbstwertgefühl diktieren zu lassen.

Ihre © Antje Heimsoeth

Literaturtipp: Für mein Buch „Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen“ habe ich mich mit weiblichen Stolperfallen wie der Selbst-Sabotage und mangelndem Selbstvertrauen, mit unnötigen Hindernissen wie Neid, Vergleichen oder Vorverurteilungen, mit Schönheitswahn und Selbstwert beschäftigt. In 16 Kapiteln zeige ich Wege für ein bewusstes Selbstmanagement auf und lasse neben Interviews mit erfolgreichen Frauen auch Gastautorinnen aus der Wirtschaft und dem Coaching zu Wort kommen, die Tipps zur persönlichen Weiterentwicklung, zu Führung und Selbstführung geben.

Weiterbildungstipps: Lust auf mehr Input bekommen? Von 11.07. – 12.07.2019 gibt es ein Erfolgstraining für Frauen – Mentale Frauenpower an der Heimsoeth Academy in Rosenheim, ein weiterer Workshop „Frauenpower. Gelassen. Souverän“ findet v. 16.07. – 17.07.2019 in Berlin am Institut für Management statt – Anmeldung:  https://www.forum-institut.de/seminar/1907677-women-only-mentale-staerke-fuer-frauen.

Der Online-Kurs „Mentale Frauenpower“ hilft Ihnen, mental stärker zu werden.
Frauenpower. Gelassen. Souverän. Schritt für Schritt zu mehr mentaler Frauenpower
Zweifler wird es immer geben, denn es ist viel bequemer, passiv zu kritisieren als aktiv voranzuschreiten. Wer sich zu stark am Außen orientiert, den werden diese Zweifler irritieren, möglicherweise sogar beschränken oder gar aufhalten. Hier hilft vor allem, auf seine inneren Kräfte und Überzeugungen zu bauen. Selbstvertrauen und der Glaube an die eigenen Möglichkeiten sind die Basis jedes Erfolgs.

Verwendete Literatur

Heimsoeth, A. (2018) Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen. Springer Fachmedien, Wiesbaden, S. 160-162, S. 259-263.

4 Comments

  1. Sabine Keim sagt:

    Liebe Antje,
    wieder bringst du es auf den Punkt und sprichst mir aus dem Herzen. Du hast mir gezeigt wie einzigartig und gut ich sein kann. Du hast in mir das Bewusstsein geweckt meine Stärken zu leben, täglich zu lernen, zu handeln und dabei ICH zu sein. DANKE :-)).

  2. Dorothe sagt:

    Hallo Antje

    Ich möchte mich dem Kommentar von Sabine Keim nur anschließen, deine Post’s lese ich immer sehr gerne, sie ermutigen mich immer wieder.
    Vielen Dank!!!

  3. Bernet Jris sagt:

    Hallo Antje,
    Das Thema Vergleich begleitet mich im Moment sehr stark. Einerseits durch meine 13-jährige Tochter, die in die Sportschule geht und Tänzerin werden möchte. Unglaublich, wie die Girls sich selber und anderen Leid zufügen mit dem dauernden Vergleichen … Und anderseits erfahre ich es selbst, da ich mich nochmals neu orientiert und selbstständig gemacht habe. Nun werde ich offenbar plötzlich ganz anders wahrgenommen und als eigentlich ziemlich selbstbewusste Frau passiert es mir heute immer wieder, dass ich mich aus dem Gleichgewicht bringen lasse durch negativ konnotierte Kommentare von anderen Frauen. Ich habe zwar ein gutes Mindsetting, aber es irritiert mich trotzdem und es kostet mich jedes Mal Energie, um wieder in die Balance zu kommen.
    An dieser Stelle möchte ich dir grad ein grosses Kompliment aussprechen, du bist eine wunderbare Frau mit toller Ausstrahlung und vermittelst mit viel Leidenschaft und Überzeugung deine Ein- und Aussichten;)). Deine Bücher sind mir Inspiration und Bestärkung zugleich, ganz toll was du täglich leistest – DANKE!

  4. Dorothee sagt:

    Liebe Frau Heimsoeth,
    immer wieder gut zu sehen, dass Frau nicht alleine mit diesen Herausforderungen steht. Neulich wurde mir meine Klarheit, Geradlinigkeit und Energie (=positives Engagement) als negativ von männlichen Chefs ausgelegt und ich dafür kritisiert. Das passiert in einem Unternehmen, dass sich die 50/50 Quote auf die Fahnen geschrieben hat und mir neulich ein anderer männlicher Kollege direkt ins Gesicht sagte, dass es mit der Beförderung von Frauen den Frauen ja auch nicht gedient ist. Wir schreiben 2019 – man fragt sich wirklich wie lange das noch dauert. Leider finde ich machen wir Frauen uns gegenseitig das Leben noch zu schwer – anstatt uns zu verbünden, gibt es wie oben beschrieben die verletzende Konkurrenznummer.
    Ein Hoch auf die selbstbewußte, gebildete und tatkräftige Frau, die mir sich selbst im Einklang ist.
    Bestes aus dem Norden

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