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Die inneren Antreiber

Die inneren Antreiber - Antje Heimsoeth

„Da unsere Handlungen von unserer Motivation gesteuert werden, sollten wir versuchen, diese zu kontrollieren.“ Dalai Lama

Kennen Sie Ihre „inneren Antreiber“? Was treibt Sie an? Was ist Ihr Treibstoff, der Sie bewegt? Was motiviert Sie für Projekte? Kennen Sie die Motive, die Sie antreiben? Und auch die „Handbremsen“, die Sie nicht vorwärts kommen lassen? Welche Sätze spuken in Ihrem Kopf rum? Zu welchen Handlungen drängen Sie Ihre „inneren Stimmen“ – unabhängig davon, ob diese in der konkreten Situation zielführend und effektiv sind oder nicht? Wenn wir unsere Antreiber – als innere Bilder und Vorstellungen – sowie typische Handlungsmuster falsch nutzen, werden sie zu Handbremsen. Nur wenn Sie wissen, nach welchem Muster Sie agieren, können Sie die Handbremse Ihres Lebens lösen und diese Antreiber zu Ihrem Vorteil nutzen.

Die inneren Antreiber

Die Transaktionsanalyse kennt fünf entscheidende Motivatoren, die uns von innen heraus antreiben: Sei stark! Streng dich an! Mache es allen recht! Sei schnell! Sei perfekt! (Kahler, 1975). Letztlich sind sie entstanden in der Kindheit und Jugend unter dem Einfluss der elterlichen Erziehung oder anderer Erziehungspersonen, die unser Unterbewusstsein abgespeichert hat, unsere Persönlichkeit im Erwachsenenalter prägen und die seitdem unsere Motivation bestimmen. Die inneren Antreiber können uns voranbringen, helfen uns, Sicherheit zu erlangen, aber sorgen ebenso für Stress und können zum Verhängnis werden, weil sie weder Schwäche oder Fehler noch Entspannung erlauben. Sich dieser inneren Antreiber bewusst zu sein, nützt Ihnen als Führungskraft gleich mehrfach.

Die Entmachtung des inneren Antreibers
Unsere Antreiber enthalten immer eine Warnung oder ein Verbot und brauchen deshalb eine Gegenkraft, einen inneren „Erlauber“. Das sind förderliche Gedanken unter Berücksichtigung der Hinweise und des Kerns des Antreibers. Einige Beispiele:

Sei stark! – Ich darf Hilfe annehmen und vertrauen. Ich darf Schwäche zeigen. Ich bin offen.
Streng Dich an! – Dinge dürfen mir leicht fallen. Ich darf den einfacheren Weg gehen.
Mach es allen recht! – Ich nehme Raum für mich. Ich folge meinen eigenen Zielen.
Sei schnell! – Ich darf mir Zeit nehmen. Manchmal ist es besser, eine Nacht drüber zu schlafen.
Sei perfekt!- Ich darf Fehler machen. Aus Fehlern lerne ich. Ich bin wertvoll.

„Erlauber“ sollten immer positiv formuliert sein und oft wiederholt werden.

Kopf gewinnt! Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke

Es ist für eine Führungskraft wichtig, auch die Antreiber der Mitarbeiter zu kennen und zu berücksichtigen. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern die „Erlauber“ zu ihren individuellen Antreibern signalisieren, verhindern Sie Überforderung und Stress. Denn ist Ihr Mitarbeiter überfordert, sinkt seine Motivation ebenso wie sein Output. Bei einem Mitarbeiter zum Beispiel, dessen innerer Antreiber „Sei perfekt!“ stark ausgeprägt ist, kann Zeit zu einem Stressfaktor werden. Nämlich dann, wenn ihm nicht so viel Zeit zur Verfügung steht wie er sie seines Erachtens zur perfekten Erledigung der Aufgabe benötigt. Erlauben Sie Fehler und stellen Sie durch konstruktives Feedback sicher, dass diese nicht mehrmals gemacht werden. Ein Mitarbeiter wiederum, dessen Antreiber „Mache es allen recht!“ dominant ist, wird mit Kritik schwerer umgehen als andere und muss nach Misserfolgen besonders aufgebaut werden.

Die Kenntnis der inneren Antreiber Ihrer Antreiber hilft, Stärken zu nutzen und zu fördern, Stressauslöser hingegen zu reduzieren und zu vermeiden. Damit schaffen Sie im gesamten Team ein motivierendes Arbeitsklima. Natürlich ist es für eine sichere, erfolgsorientierte Führung ebenso wichtig, die eigenen inneren Antreiber zu kennen. Sie wären nicht dort hingekommen, wo Sie jetzt sind, wenn Sie nicht eine hohe intrinsische Motivation hätten. Doch auch Ihre inneren Antreiber können zur Falle werden. Gerade wenn Sie zum Perfektionismus neigen, ist es unerlässlich, dass Sie einen Schritt neben sich treten und sich sagen: „Ich weiß, dass meine eigene Messlatte für manchem im Team unerträglich hoch ist. Deshalb relativiere ich meinen Anforderungen ans Team und erwarte nicht, dass jeder meinen Perfektionismus teilt.“

Ich möchte Sie heute einladen, auf Ihre eigenen Antreiber zu schauen. Fragen Sie sich: Welche Situationen im Beruf und im Alltag setzen mich unter Stress? Welcher der fünf Antreiber könnte dahinterstecken?

Herzliche Grüße
Antje Heimsoeth

Verwendete Literatur
Kahler, T. (1975) Drivers – The Key to the Process Script. In: Transactional Analysis Journal, July 1975.
Antje Heimsoeth, „Kopf gewinnt!“ Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke“.  Springer Gabler Verlag, 2017.

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