Wege für mehr mentale Gesundheit - Antje Heimseoth
Wege für mehr mentale Gesundheit
19. Juli 2021
13 effektive Tipps, mehr Selbstvertrauen aufzubauen - Antje Heimsoeth
13 effektive Tipps, mehr Selbstvertrauen aufzubauen
2. August 2021

Druck auf die mentale Gesundheit (im Leistungssport)

Druck auf die mentale Gesundheit (im Leistungssport)

Ist der Druck auf die mentale Gesundheit (im Leistungssport) in den vergangenen Jahren gestiegen?

Ich bilde Mentaltrainer und Mentalcoaches für Fußball, Reiten, Golf, Taekwondo, Ski, Segeln, … etc. aus. Worauf lege ich besonderen Wert?
Ich lege großen Wert auf folgende Punkte: Bereitschaft zur eigenen Selbstreflexion und an sich selbst zu arbeiten, Fähigkeit zum Beziehungsmanagement – Beziehung steht im Coaching und Training über allem, Stimmigkeit (Authentizität), Wertschätzung des Klienten, Selbstwertschätzung, Rapport, Respekt, aktives Zuhören bzw. Paraphrasieren, Neugierde, Offenheit, sich ständig selbst weiterbilden wollen, ua. Gehirnforschung; Praxisorientierung. Supervision machen oder selbst ins Coaching gehen.

Ich coache Sportler und Trainer. Von welchen Herausforderungen berichten diese?
Aufregung vor Turnieren, keinen Spaß am Wettkampf haben, schwierige Wettkampfbedingungen, schwacher Wettkampf sitzt noch monatelang im Hinterkopf, Umgang mit Unbekanntem, Angst vor Hindernissen, Angst vor erneuter Verletzung nach Sturz; die negativen Gedanken, die seit einem Sturz im Hinterkopf immer dabei sind, verarbeiten; neue Impulse für das Training, Finden neuer Energien und Ideen, „Ich möchte mich schneller entspannen können.“,  „Ich lasse mich leicht ablenken.“, Stress, enormer Druck von Eltern, Fans und Trainer/n, Erwartungen, Kritik der Medien, Mangel an Selbstvertrauen, nachlassende Konzentration, Aufbau einer Helfermannschaft/Team, die mich während Wettkampf begleiten, Umgang mit Emotionen wie Wut, Ärger und Angst; Angst, Fehler zu machen oder zu verlieren; „Verkrampfung“, durch Kleinigkeiten verunsichert werden; Umgang mit hohen Erwartungen, zwanghaftes Agieren, „Ich sehe Fehler als Misserfolge und nicht als Lernerfolge.“, Ich spüre Erfolgszwang.“, „Ich vermassle immer alles.“ „Ich höre auf andere, auch wenn diese das „Falsche“ sagen.“, Trainingsweltmeister, Konflikte, unregelmäßige Trainingsbeteiligung, Abwertung, Kommunikationsprobleme, nicht alle Teammitglieder sind gleichberechtigt, Versagensängste, innere Blockaden, zwischenmenschliche Probleme, Verarbeiten von emotionalen Stresserinnerungen aus Wettkampfsituationen und Niederlagen, Sportler lässt sich durch Zuschauer, Umfeld oder sich selbst aus dem Rhythmus bringen; Schicksalsschläge, Sportler zeigt zu viel Respekt vor großem Gegner, emotionale Auswirkungen von Verletzungen, unerfüllte Träume, geringe „Frustrationstoleranz“, Leistungsdruck durch Angstgegner, Probleme im eigenen Umfeld, Umgang mit selbst erzeugtem Druck, Schwierigkeiten, sich zu motivieren, Teamzusammenstellung, sich vom Team nicht unterstützt fühlen, Soft Skills der Athleten und Trainer, schnelle Gereiztheit, gedrückte Stimmung, Schlafprobleme, Essstörungen, sonstige Gesundheitsprobleme, Sport-Burnout, fehlende Vorbilder; Stress zwischen verschiedenen Rollen im Sport, Beruf und im Privaten, zwischen denen der Sportler nicht mehr klar trennen kann; u.v.m.
Übergänge von sportlicher Karriere in berufliche Karriere. Begleitung als Mental Coach während/nach einer Krise oder Verletzungsphase. Oder aber in der Entwicklung hin vom Talent zu einem Spitzensportler. Die gezielte Vorbereitung im Wettkampf oder für große, wichtige Events (WM, Olympia, etc…)
Sportler mit Depressionen und Angststörungen darf ich als Mental Coach nicht begleiten, da ich keine Psychologin oder Psychotherapeutin. Ich darf „nur“ mit gesunden Menschen arbeiten.

Weiterlesen: Themen, die im Sportmentaltraining durch einen Mental Coach begleitet werden können

Wie ich als Sport Mental Coach (Spitzen-)Sportlern helfen kann?

Während sich Trainer:innen normalerweise auf die körperliche, technische Seite des Sports konzentrieren, konzentrieren sich Sport Mental Coaches auf den Verstand, Geist und Emotionsmanagement der Sportler:innen. Ich helfe Sportlern – Profis und Amateuren gleichermaßen – dabei, ihre Ziele zu erreichen.

Weiterlesen: Ziele erreichen mit dem POSITIVen Zielrahmen
  • Performance steigern. Verschiedene mentale Techniken wie Visualisierung (Imagination), positive Selbstgespräche (Affirmationen), Rituale – Schlüssel zum Erfolg, Glaubenssatz-Arbeit und Entspannungstechniken können Sportlern helfen, Hindernisse zu überwinden und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

  • Sport Mental Coaches können Sportlern helfen, ihre Motivation zu steigern und alle damit verbundenen Probleme anzugehen.
  • Ablenkung durch Außeneinflüsse vermeiden
    Unzählige Außeneinflüsse können das Leistungsvermögen beeinflussen. Schlechtes Wetter, schlechte Luft, Klima, Temperaturen, Gegner betreiben „Psychokrieg, usw. Diese Einflüsse können wir durch Mentaltraining hervorragend abschotten.
  • Hohen Leistungsdruck/Erwartungsdruck aushalten
    Ob dieser tlw. enorme Druck vom Sportler selbst kommt oder vom Trainer, von Freunden oder aus dem Umfeld, das ist egal. Er löst Stress aus, der das Leistungsvermögen bremsen kann.
  • Zum Erlernen eines Bewegungsablaufes, einer Technik
    Die kognitive Beteiligung des Gehirns an den Bewegungsabläufen ist stärker als bisher angenommen. D.h. das Unterbewusstsein speichert den Ablauf einer Bewegung, die wir unbewusst und reflexartig bei Bedarf abfragen. Dies verdeutlicht auch, warum die Vorstellung über den korrekten Ablauf einer Bewegung zu besseren Leistungen führen kann. Mentales Training ist also ein weiterer wichtiger Aspekt für das Erlernen des korrekten Bewegungsmusters.
  • Das Wegstecken eines Fehlers oder einer Niederlage
    Nach einem Fehler oder einer Niederlage die alte Sicherheit schnell wiederzuerlangen, ist eine gravierende Stärke und entscheidet oft über weitere Erfolge oder Misserfolge.
  • Innere Ruhe und Konzentration auf dem Turnier
    Unzählige Wettkämpfe wurden schon von Sportlern gewonnen, weil sie die Ruhe behalten haben und sich konzentrieren konnten, obwohl ein anderer eindeutig Favorit war. Oder ein anderer hat eine Spitzenleistung „vorgelegt“. Dann trotzdem die innere Ruhe zu bewahren, ist mentale Stärke.
    Mit Hilfe dieses Buchs lernst du, dich in jeder Situation zu konzentrieren und sich von keinen Störfaktoren ablenken zu lassen.

>> Erfolgreiches Sport Coaching mit wingwave® <<

  • Schnelle Rehabilitation und Wiedereinstieg nach einer (Sport-)Verletzung, Unfällen und Krankheiten
    Hast du nicht auch schon gestaunt, wie schnell Spitzenathleten nach großen Verletzungen wieder zurück an der Spitze waren? Mentales Training hilft bei der Prävention von Verletzungen, bzw. wenn es doch zu Verletzungen gekommen ist, beim mentalen Aufbautraining und nach Verletzungen.
Weiterlesen im Buch Antje Heimsoeth. Sportmentaltraining. Mit einem Vorwort von Oliver Kahn. pietsch
  • Genießen Sie Sport. Sportverbände für junge Leute können einen Sport Mental Coach engagieren, um Trainer darin zu trainieren, wie Kinder Spaß am Sport haben und wie man ein gesundes Selbstwertgefühl bei Kindern fördert.

Natürlich können mentale Techniken auch im privaten und beruflichen Bereich angewendet werden. Auch dort macht sich der Unterschied zwischen mental schwachen und mental starken Persönlichkeiten ganz gravierend bemerkbar: Mittelmaß oder herausragend und sehr erfolgreich.

Druck auf die mentale Gesundheit (im Leistungssport)

Der ehemalige österreichische Extremradsportler Wolfgang Mader sagt: „Ich wende Mentaltraining jede Sekunde meines Lebens an, weil ich es längst in meine Welt des Unterbewusstseins verankert habe. Mentales Training in jedem Denken, Tun, Handeln und Entscheiden durch GELEBTES Mentaltraining.“

Ist der Druck auf die mentale Gesundheit in den vergangenen Jahren gestiegen?
Ja, in der Corona Krise ist der Druck auf die mentale Gesundheit von Sportlern gestiegen, ua. durch fehlende Nähe, fehlende Live Beziehungen, Abstand halten, schlechtere Trainingsbedingungen, Quarantäne, …
Die Erwartungen an Sportler Leistungen sind dieselben wie vor Corona, obwohl die Trainingsumstände in einigen Sportarten ungünstig waren – es gab weniger Trainingscamps, weniger Training mit Kollegen und Trainer. Gewohnte Teamstrukturen gingen in der Coronakrise verloren.
Weniger Wettkämpfe. Wettkämpfe zeigen dem Sportler auf, wo er im Training steht. Um mit den Wettkampfanforderungen besser zurechtzukommen, braucht es viel Wettkampferfahrung. Nachdem in vielen Sportarten zeitweise keine oder nur wenige Wettkämpfe stattgefunden haben, fehlt nun die Wettkampferfahrung.

Weitere Themen im Sport, die die Psyche belasten: Trainer ohne Führungspersönlichkeit, schlechte Führung (Trainer sind Führungskräfte), Spannungen und unterschiedliche Ansichten, wie trainiert werden soll, zwischen Bundestrainer und Stützpunkttrainer bzw. Trainer der Bundespolizei, Erwartungshaltung der Presse und Follower: Nur Gold zählt; schlechte Stimmung im Team, ein Team ist ein Haufen, aber kein Team (mehr); zwischenmenschliche Probleme; fehlende finanzielle Unterstützung – Beispiel: Deutscher Golfer kann mangels Geld nicht im Winter in anderen wärmeren Gefilden trainieren und hat so Trainingsdefizite; enge wichtige Bezugsperson(en) darf aufgrund der Corona Maßnahmen nicht mit zum Turnier reisen; Konflikte im Team und darüber hinaus; Shitstorm in den sozialen Netzwerken; kritische Diskussionen im Fernsehen und in der Gesellschaft.

Es gibt viele Stigmatisierungen, die mit psychischen Problemen unter Sportlern verbunden sind, weil viele Sportler das Gefühl haben, sowohl körperlich als auch emotional hart sein zu müssen. Sie haben oft das Gefühl, keine Schwächen zeigen zu können. Dies setzt den Athleten sehr unter Druck und Stress. Wenn dies nicht behandelt wird, kann dies die emotionale Gesundheit des Sportlers sowie seine Gesamtleistung beeinträchtigen.

Sport Mentalcoaching kann Sportlern helfen, gesunde Bewältigungsstrategien zu erlernen, um ihre Gefühle effektiv zu bewältigen, was wiederum die Leistung des Sportlers verbessern könnte.

Unabhängig vom Sport: Die psychischen Erkrankungen nehmen schon seit Jahren zu und wären auch ohne Corona weiter gestiegen. Das aber rein mit gestiegenem Leistungsdruck zu begründen, halte ich für zu kurz gegriffen.
Wenn jemand eine Arbeitswoche von 39 Stunden hat, wir gehen mal von 49 Stunden Schlaf pro Woche aus, dann bleiben immerhin noch 80 Stunden / Woche für Ausgleich, Bewegung, Entspannung, etc. neben Einkaufen, Kochen, etc.

Wir sollten uns jeden Tag um Entspannung kümmern – durch kurze Pausen, mehr Bewegung (statt mit dem Auto zur Arbeit, das Rad nehmen, …), Meditation oder Entspannungstechniken, Ruhebilder, Atemübungen, … Es gibt so so viele kleine Übungen, um sich täglich zu entspannen. Und nicht zu warten bis zum Wochenende oder gar bis zum nächsten Urlaub … Und dann liegen Urlauber auf der Liege und lesen und arbeiten Arbeitsemails ab. Meist freiwillig und nicht vom Arbeitgeber gefordert.

Forderungen an die Gesellschaft, die es den Sportlern vereinfacht, mit Drucksituationen umzugehen 

  • Erwartungen an die Sportler reduzieren.
  • Trenne Sache von der Person. Keine Abwertung des Sportlers (in den sozialen Erwartungen), wenn er seine Leistung am Tag X abrufen konnte.
  • 20% der Deutschen haben einmal in Ihrem Leben eine Depression. Warum sollte dies einen Profi-, Spitzensportler nicht einholen?
  • Sportler Zeit lassen, sich zu entwickeln.
  • Fehlerkultur ändern: Sportler dürfen Fehler machen
  • Mentale Übungen kommen auf den Trainingsplan und werden in den sportlichen Alltag integriert.
  • Allen Sportlern und Trainern, evtl. auch den Eltern und Umfeld, mentale Techniken, Maßnahmen für den Umgang mit Druck, Leistungsdruck und eigenen Ansprüchen und Bewältigungsstrategien vermitteln.
    den Sportlern und Trainern einen Maßnahmenkatalog zur Verfügung stellen.
  • Der Psyche der Sportler mehr Aufmerksamkeit schenken.
  • Spitzensportler als Mensch sehen und behandeln.
  • Schluss mit medialen Hetzjagden und übertriebener Berichterstattung
  • Privatsphäre des Einzelnen akzeptieren und tolerieren

© Antje Heimsoeth

Weitere Blogartikel über Sportmentaltraining
Was ist eigentlich Sportmentaltraining ? – https://www.heimsoeth-academy.com/was-ist-eigentlich-sportmentaltraining-und-coaching
Mit mentaler Stärke ans Ziel
Techniken für den Umgang mit der Angst I Sportmentaltraining

Termine

Seminare Sportmentaltraining: https://www.heimsoeth-academy.com/seminare-sport-mental-training/
Ausbildung zum Sport Mental Coach, ECA: https://www.heimsoeth-academy.com/mental/sport-mental-coach-ausbildung/

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.