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Positives Denken für Kinder – Strategien zur Erziehung optimistischer Kinder

Positives Denken für Kinder - Strategien zur Erziehung optimistischer Kinder

Wie Sie Kindern positives Denken und mentale Stärke vermitteln können

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Eltern lieben es, wenn Ihre Kinder mit Glück, Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg gesegnet würden (und was auch immer sie sonst im Leben brauchen, um zufrieden zu sein).Aber das Beste für jemanden zu wollen und zu wissen, wie man es diesem vermittelt, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Sie haben als Eltern die Macht, diese Dinge zu bewirken, indem Sie die Denkweise Ihrer Kinder beeinflussen. Fördern Sie deren Optimismus.

Warum ist das so wichtig?

Kinder und Jugendliche können mit Hilfe von Optimismus und mentalem Training wieder zu innerem Gleichgewicht finden, bauen Belastbarkeit auf, können sich entspannen, (wieder) konzentriert lernen, sich selbstbewusst fühlen und mit ihren Ängsten umgehen. Sie erreichen mehr.
Denn Schwierigkeiten, Probleme und Hürden wird es immer geben im Leben – mentales Training kann uns nicht vor jedem Problem bewahren. Aber es kann Kindern helfen, mentale Stärke und Resilienz zu entwickeln. Das bedeutet, dass man auch aus widrigen Umständen gestärkt hervorgehen kann, widerstandsfähig wird und Probleme als Chance auf Wachstum und Lernen begreift. Voraussetzung: Man lebt stets in dem Bewusstsein, die Dinge selbst in der Hand zu haben, ein gewisses Maß an Kontrolle zu besitzen und kraft der eigenen Ressourcen und Fähigkeiten die Situation meistern zu können.

Wenn dies das Erbe ist, das Sie an Ihre Kinder weitergeben möchten, sollten Sie die folgenden Strategien und Tipps in Betracht ziehen, um optimistische Söhne und Töchter großzuziehen.

Starke Kinder brauchen mental starke Erwachsene

Kinder mental stark zu machen, heißt, dass man selbst auch eine starke mentale Verfassung braucht, mentale Stärke lebt, Verantwortung trägt. Erwachsene – nicht nur Eltern – können Kindern dies zeigen und vermitteln können, zum Beispiel, indem sie

  • Das Kind so annehmen, wie es ist. Und ihm dies zeigen.
  • Mit Kindern im Hier und Jetzt sind, nicht nachtragend in der Vergangenheit. Auch nicht schon weit in der Zukunft mit Forderungen und Erwartungen.
  • Den Fokus auf die positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Stärken des Kindes legen.
  • Humorvoll sind und viel mit Kindern lachen.
  • Kindern realisierbare, kleine Verantwortlichkeiten übertragen.
  • Kinder anhalten, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.
  • Kindern helfen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu verwirklichen.
  • Kinder frühzeitig mitentscheiden lassen.
  • Im Alltag spezielle Kompetenzen und Potentiale ihrer Kinder verstärken.
  • Sich selbst und dem Kind Zeit für Veränderung und neue Denkweisen geben.

Noch ein paar Worte zum Thema Werte: Viele Eltern und Erwachsene meinen, es sei besonders wichtig und charakterbildend, Kindern Werte wie Höflichkeit, Loyalität, Dankbarkeit oder Gerechtigkeit zu vermitteln. Ja – Werte sind wichtige Orientierungshilfen im Leben. Sie lassen sich aber nicht einfach „anerziehen“. Der Dreh- und Angelpunkt dafür ist die frühkindliche Bindung, ob sich ein Kind geliebt und geborgen fühlt, ob es in seiner Familie und seiner sozialen Umgebung Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung  erlebt. Dann kann es die Wertvorstellungen der Eltern an- und  übernehmen. Wie Neurobiologen wissen, entstehen etwa das Empfinden für Recht und Unrecht, Moral und Respekt aus dem Kind selbst heraus. Es erlebt von frühester Kindheit an, welche Werthaltung Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandte und Nachbarn einnehmen und speichert diese Erfahrungen als Informationen im Gehirn. Entscheidend ist nun, dass die Gehirnzellen daraus Regeln oder Denkstrukturen ableiten und dafür spielt eben eine Rolle, was das Kind vorgelebt bekommt. Die Chancen, dass die zuständigen Zellen während der Gehirnreifung daraus allgemeine Regeln formen, steigen mit jeder guten Erfahrung. Diese Regeln können sich dann zu einem Wertesystem zusammenfügen und dem Heranwachsenden als Basis für sein Handeln dienen.

Positives Denken für Kinder – Seien Sie ein Vorbild.

Eltern, die sich selbstbewusste, glückliche und selbstständige Kinder wünschen, müssen bei sich selbst anfangen. Wer z.B. im Alltag ständig die eigenen Bedürfnisse übergeht, lebt Kindern vor: ich bin es nicht wert, dass ich etwas für mich tue. Grundsätzlich sind die Bedürfnisse von Erwachsenen und Kindern ähnlich: Schlaf, Entspannung, körperliche Bewegung, Vertrauen, Geborgenheit, (emotionale) Sicherheit und Zugehörigkeit, Liebe, Freizeit, Spaß, Freundschaften, Erfolg und Anerkennung, Sinnhaftigkeit des Tuns.

Sind Sie ein Vorbild? (vgl. Michaela Sit. 2012. S. 91)

Ihr Kind soll lesen, anstatt stundenlang mit dem Computer zu spielen oder fernzusehen? Sie lesen außer Zeitungen so gut wie gar nichts. Ihre Wohnung ist mit einigen Fernsehgeräten ausgestattet.

Sobald Sie nach Hause kommen, laufen der Fernseher oder der Computer ununterbrochen.

Ihr Kind soll sich bewegen? Sie arbeiten die ganze Woche hart und am Wochenende ist Entspannung auf der Couch angesagt. Für Sport draußen ist es Ihnen im Winter zu kalt.
Ihr Kind soll nicht so viel Süßes essen? In der Speisekammer  liegen genügend Süßigkeiten, auf die alle Familienmitglieder regelmäßig zugreifen.
Ihr Kind soll nicht rauchen? Sie rauchen täglich – und Ihre Umgebung raucht passiv mit.
Ihr Kind soll keinen Alkohol trinken? Sie genehmigen sich täglich Ihr Bier oder Ihr Glas Wein zum und nach dem Essen. Und das nicht erst abends.
Ihr Kind soll keine Gewalt ausüben? Es kommt schon mal vor, dass Sie herumbrüllen oder dass Ihnen sogar die Hand ausrutscht.
Ihr Kind soll sich an bestimmte Regeln halten? Bei Regelverstößen sind Sie nicht immer konsequent genug: Sie greifen nicht immer ein. Oder lassen mit sich diskutieren.
Ihr Kind soll gerne und motiviert in die Schule gehen? Sie empfinden Ihren Beruf als Belastung: Morgens jammern Sie und quälen sich zur Arbeit.
Weiterlesen:  Antje Heimsoeth. Mein Kind kann´s. Mentaltraining für Schule, Sport und Leben. pietsch, 2013.

Fragen Sie sich jetzt: Geben Sie Ihren Kindern ein gutes Beispiel?
Wenn Sie kein gutes Modell finden, SEIEN SIE EINS!

Positives Denken für Kinder – Betonen Sie das Positive.

Als Eltern ist es wichtig, es sich zur Gewohnheit zu machen, sich auf die gute, positive Seite jeder Situation zu konzentrieren. Sie können das Glas entweder als halb voll oder als halb leer betrachten. Wenn es am Wochenende des geplanten Campingausflugs regnet, zeigen Sie Ihren Kindern, wie Sie flexibel sein können. Stellen Sie das Zelt im Wohn- oder Kinderzimmer oder im Keller auf, anstatt sich über das Wetter und die unerwartete Änderung der Pläne zu ärgern.

Verwandeln Sie Enttäuschungen und Störungen, indem Sie diese in Lektionen verwandeln. Aus jedem Fehler, aus jeder Schwierigkeit, aus jedem Misserfolg, den Kinder im Leben erleben, kann etwas Wichtiges gelernt bzw. gewonnen werden.

Sei dankbar. Überlege dir jeden Tag mindestens drei Dinge, für die du dankbar bist.
Positives Denken für Kinder Tipp 3 – Zeigen Sie Dankbarkeit.

Eine andere Möglichkeit, den Optimismus bei Kindern zu fördern, besteht darin, ihnen beizubringen, dankbar zu sein. Helfen Sie ihnen, alle Dinge aufzulisten, für die Sie im Leben dankbar sein können.

Weiterlesen: Dankbarkeit kann ihr Leben und das Leben Ihrer Kinder verändern.

Positives Denken für Kinder  – Seien Sie realistisch.
Optimismus muss auf Fakten beruhen.
Ja, es wird Hürden im Leben geben.
Ja, es wird Herausforderungen geben.
Erkennen Sie einfach die Realität der Herausforderungen des Lebens an, während Sie sich auf Lösungen konzentrieren.
Im Leben Sind Sie immer entweder Teil des Problems oder Teil der Lösung.

Positives Denken für Kinder – Handeln
Der Weg zum Erfolg besteht daher darin, entschlossen Maßnahmen zu ergreifen.

Positives Denken für Kinder  – Verantwortung übertragen.
Kinder bauen Vertrauen auf, indem sie der Verantwortung gerecht werden, die Sie ihnen übertragen.
Bringen Sie ihnen bei, an ihre Fähigkeiten zu glauben, in der Schule hervorragende Leistungen zu erbringen, Sport zu treiben und Freunde zu finden.

Positives Denken für Kinder – Förderung der Unabhängigkeit.
Es ist natürlich, dass Sie eingreifen möchten, wenn Ihr Kind Probleme hat. Auf der anderen Seite wachsen Kinder mehr, wenn Sie zurücktreten und sie ihre eigenen Herausforderungen lösen lassen.

Positives Denken für Kinder – Gehen Sie Risiken ein.
Belohnen Sie Ihr Kind dafür, dass es vernünftige Risiken eingeht.
Risikobereitschaft sollte bei Ihren Kindern gefördert werden.

Positives Denken für Kinder – Stärken nutzen.
Beachten Sie, was Ihr Kind gerne macht und was es gut kann.
Wenn sie bei einer Aufgabe erfolgreich waren, helfen Sie ihnen zu analysieren, was sie gut gemacht haben und wie sie auf ihren Erfolgen aufbauen können.

Positives Denken für Kinder – Lernen Sie aus Erfahrungen und Rückschlägen.
Wenn Ihr Kind einen Rückschlag hat, sprechen Sie darüber, was es beim nächsten Mal anders machen kann.
Helfen Sie ihnen zu erkennen, dass ihre Traurigkeit oder Frustration nur vorübergehend ist.

Positives Denken für Kinder  – Teilen Sie Zuneigung.
Studien zeigen, dass Kinder, die viel Liebe und Zuneigung erhalten, sich in Bezug auf ihre Zukunft sicherer fühlen.
Hören Sie genau zu, was Ihr Kind zu sagen hat, damit es weiß, dass dies für Sie wichtig ist.
Umarmen Sie Ihr Kind, wenn es morgens zur Schule geht und nachmittags nach Hause kommt.

Positives Denken für Kinder – Lob aussprechen.
Positive Verstärkung hilft Ihren Kindern, sich selbst wert zu schätzen und konstruktive Gewohnheiten zu entwickeln.
Sagen Sie ihnen, dass Sie stolz auf sie sind, weil Sie hart lernen und freundlich zu ihren Nachbarn sind.

Alles in allem müssen Sie wissen und verstehen, dass Optimisten gemacht und nicht geboren werden.
Positives Denken hilft Ihren Kindern, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Herausforderungen des Lebens effektiv zu meistern.
Geben Sie also bitte Ihr Bestes, um diese Ansätze zu integrieren, die Ihnen helfen, optimistische Kinder im Leben zu erziehen. Sie werden es Ihnen in Zukunft sehr danken.

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© Ihre Antje Heimsoeth

Verwendete Literatur:

Antje Heimsoeth. Mein Kind kann´s. Mentaltraining für Schule, Sport und Leben. pietsch, 2013.

Sit, Michaela: Sicher, stark und mutig. Kinder lernen Resilienz, 2012, Kreuz Verlag, Freiburg

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