Mentale Stärke im Jugend-Leistungssport: Wie Eltern ihre Kinder im Spannungsfeld von Leistungsdruck, schulischen Anforderungen und Wettkampf gezielt mental stärken und wirkungsvoll begleiten können
„Eine Studie des Internationalen Fußball Instituts auf Basis aller U19-Teams der 56 Klubs von Bundesliga bis 3. Liga ergab: Nur 3,5 Prozent dieser Spieler standen einige Jahre später im Kader eines Klubs aus den europäischen Top-5-Ligen. Anders gesagt: Von 100 Talenten, die es in ein U19-Bundesligateam schaffen, wird im Schnitt nur dreieinhalb wirklich Profi auf höchstem Niveau.
Noch drastischer klingt eine Auswertung, die den Weg von der U11 bis zur U19 nachzeichnet: Acht Jahre nachdem ein Jahrgang in ein NLZ aufgenommen wurde, sind im Schnitt nur noch rund neun Prozent dieser Spieler dort aktiv – 91 Prozent sind aussortiert worden oder haben selbst aufgehört. Ein aktueller Bericht fasst die Chancen für einen Zwölfjährigen in einem deutschen Leistungszentrum so zusammen: Die Wahrscheinlichkeit, später einen Profivertrag zu unterschreiben, liegt im Promillebereich.“
Quelle:
Tribuna.com, Krupskyi Hlib. 01.01.2026. Bundesligas Talentschmieden unter der Lupe: Wie Deutschlands Nachwuchsleistungszentren den Weltfußball beliefern – und wo das System seine Grenzen hat. Tribuna.com
Erfolg der Kinder hat mit den Eltern zu tun. Die Eltern haben einen großen Einfluss.
Der Leistungsdruck auf die jungen Menschen in Schule, Sport und im Elternhaus ist riesig.
Herausforderungen: Pubertät, Schule, Leistungssport, Druck im Leistungssport, Kinder setzen sich selbst unter Druck, mentale Blockaden, Nervosität von Kindern vor Wettkämpfen. Kind hat Angst vor der Trainerin (nach einem Gespräch).
Ich wünsche mir für die Eltern, dass sie mehr wertgeschätzt werden. Sie werden meist nicht mitgenommen und nicht ernst genommen. Lösung: Eine Sprechzeit für Eltern – alle zwei Wochen nach dem Training.
Eltern sind die wichtigsten Ansprechpersonen für junge Sportler.
Was sind die größten Stressfaktoren als Eltern von Kindern & Jugendlichen im Sport Alltag?
Leistungssport bedeutet Umstellung der Familie. Es gibt Elternteile, die ihre Arbeitsstunden reduzieren bzw. im Beruf kürzer treten. Sie fahren am Wochenende mit auf den Wettkampf, begleiten junge Sportler mit ins Ausland. Trotzdem braucht es Familien- und Paarzeiten.
- Organisatorische Aspekte
- Eltern fragen sich, was mit den Geschwistern machen, die nicht im Sport aktiv sind.
- Kommentare über das eigene Kind
- Spielsituationen rund um das Kind, die Eltern vom Spielfeldrand aus beobachten. Beispiele: Fouls, Auswechslung, Fehler. Und man kann als Eltern nichts tun.
- Identifikation mit den Erfahrungen, Emotionen und Leistungen ihres Kindes
- Gefühlte Hilflosigkeit und Unsicherheit bei Misserfolgen
- Umgang mit dem Kind nach der Niederlage
- Zu wenig Schlaf
- Verletzung, Verletzungsrisiko
- Zusammenarbeit mit dem Trainer: zu wenig Kommunikation, zu wenig Transparenz.
Eltern fühlen sich nicht wertgeschätzt und nicht gesehen. - Unverständnis in der Schule
- Angst vor Verletzung
- Wettkampfdruck, Leistungsdruck: Zu viel Druck, zu wenig Freude
- Ehrgeiz des Kindes
- Neid
- Vergleich mit anderen
- Selbstkritik der Kinder
- Zeitdruck
- Pubertät
- Spielzeit
- Sport vs. Kindheit
- Mangel an Motivation des Kindes
- Handy-Konsum
- Keine guten Trainingsbedingungen
- Schlechte Ernährung
- Konkurrenzkampf anderer Eltern
- Druck durch den Trainer
- Länge der Wettkampftage
- Finanzielle Kosten
Anmerkung: Es liegen nur wenige Studien zu Eltern im Leistungssport vor.
Ängste & mentale Blockaden
Versagensangst, Selbstzweifel und Druck: Was junge Sportler wirklich belastet
- Verletzung
- Es nicht zu schaffen
- Trainer oder Eltern enttäuschen
- Was denken die anderen über mich / meine Leistung
- Fehler machen
- Freunde verlieren
- Disqualifikation
- Es nicht in den Kader schaffen
- Das Team enttäuschen
- Aus dem Kader fliegen
- Erwartungen nicht gerecht werden
- Angst, nicht genug zu sein
- Angst, nicht weiter zu kommen
- Nicht abliefern
Raus aus dem Stress: Wie Eltern Ruhe, Klarheit und Gelassenheit entwickeln
- Stop, Innehalten, Durchatmen, zur Ruhe kommen
- In der Ruhe liegt die Kraft, Gelassenheit
- Spüren, was Tochter oder Sohn braucht
- Atemtechniken für Eltern und Kind, um zur Ruhe zu kommen
- Druck nehmen und Kind stark machen vs. Druck machen
Was sich junge Sportler wirklich von ihren Eltern wünschen
Werden Sie sich Ihrer Rolle als Eltern bewusst.
- Sehnsucht der Kinder: Eltern glauben an mich.
- Eltern sind Eltern und keine Trainer*innen.
- Eltern ermutigen, trösten, unterstützen, sind für alle Belange da. Eltern reagieren sensibel auf die Bedürfnisse ihres Kindes.
- Eltern sind emotional für den jungen Sportler da.
- Eltern halten sich mit Kommentaren zu Technik und Taktik zurück, denn es ist schwer auszuhalten, wenn Eltern etwas anderes sagen als der Trainer.
- Eltern feuern die ganze Mannschaft an anstatt nur die Leistung des eigenen Kindes zu beobachten.
- Sich Antworten auf die Fragen „Was brauchst du von mir? Ist es okay am Spielfeldrand zu stehen?“
Mentale Stärke fördern: Was Eltern konkret tun können
- Aufbau von Vertrauen als Fundament
- An den jungen Menschen glauben und ihnen vertrauen
- Spaß haben – im Wettkampf & Training – trotz Druck
- Emotionale Unterstützung: Eltern sind verfügbar. Sie sind der sichere Hafen.
- Informationen verarbeiten helfen
- Positive Motivation
- Talent und Wille fördern
- Kinder nutzen ihr volles Potenzial
- Fokus halten
- Resilienz
- Gewinnermentalität: Wichtige Tools für ein Winner Mindset
- Selbstvertrauen aufbauen, Stärken stärken (Blogartikel >>)
- Trainer-Eltern-Vorbilder
- Wertevermittlung über Gespräche: Was ist Erfolg? Was bedeutet das für die Familie?
- Umgang mit Verletzungen, Reha
- Kind nach einer Niederlage unterstützen
- Sich gegenseitig stark machen, unterstützen und sich helfen
- An Träume der Kinder glauben. Kinder und Jugendliche ermutigen, Träume zu leben
- Mehr Wertschätzung, Lob, Aufmerksamkeit, Vertrauen
- Visionboard, Vision Walk, Zielcollage
- Equipment zum Training fahren und abholen, so dass das Kind in der Lage ist, am Training teilzunehmen.
Baby steps – bei Eltern und Kindern
Weiterlesen: Was kann man gegen Ängste bei Kindern tun?
Nach dem Wettkampf: Die richtigen Worte zur richtigen Zeit
Darauf habe ich keine pauschale Antwort. Manche Kinder wünschen sich ein Feedback nach dem Wettkampf, manche Kinder wollen für den Rest des Tages gar nichts hören, und schon gar nicht von den Eltern. Und es gibt Kinder, die brauchen erst mal eine halbe Stunde für sich und wollen sich dann austauschen.
Fragen, die Eltern stellen können:
„Möchtest du Feedback von mir zum Wettkampf?“ Wenn ja: „Wann ist es am besten? Sag mir Bescheid, wann du Feedback möchtest.“
„Wie genau kann ich dich unterstützen?“
Wenn ihr Kind nach Hause kommt, geben sie ihrem Kind 10 – 15 Minuten Zeit zum Ankommen, und fragen dann sie nicht als erstes nach dem Ergebnis, sondern:
„Hi, wie war es?“
„Wie hat es dir heute gefallen?“
„Was hat dir heute Spaß gemacht?“
„Was hast du heute Neues gelernt?“
„Was war schwierig für dich?“
Als Eltern haben unsere Worte Gewicht. Sie können entweder Selbstvertrauen aufbauen oder es stillschweigend abbauen. Statt Nachspiel-Analysen probieren Sie:
👉🏻 „Ich liebe dich.“
👉🏻 „Ich liebe es, dir beim Spielen zuzusehen.“
👉🏻 „Was möchtest du zum Abendessen?“
👉🏻 „Lass uns Eis essen gehen.“
Eltern: Welchen unterstützenden Satz verpflichten Sie sich nach dem nächsten Spiel zu verwenden?
Das richtige Timing für ein Gespräch mit dem jungen Sportler
Achten Sie darauf, wenn sie das Gespräch suchen, dass ihr Kind nicht mehr emotional ist. Emotionen sollten sich abgekühlt haben. Es braucht Abstand zum Wettkampf und dem, was passiert ist.
Es kann auch einen Unterschied machen, wer Feedback gibt – Mutter, Vater, Freund*in, Bruder, … Eltern sind nicht immer die erste Anlaufstelle für Feedback.
Richtiges Feedback geben: Wie Eltern ihr Kind stärken statt verunsichern
Schreiben Sie sich einen Spickzettel mit Fragen für das Feedbackgespräch.
- Nichts künstlich schön reden, sondern realistisch
- Zuhören
- Einen guten Draht zum jungen Sportler aufbauen
- Wenig Technik und Taktik – das ist die Aufgabe des Trainers. Ausnahme: Die Eltern waren selbst in dieser Sportart unterwegs.
- Positiv lobend: „Ich fand es total stark, wie du …“ Lob zu Kleinigkeiten im Prozess statt bzgl. Ergebnisse.
Wenn ein junger Sportler Schwierigkeiten hat – was kann ich als Eltern tun?
Kind muss wissen, dass jemand da ist und hilft, wenn es Hilfe braucht.
- Drauf eingehen, rückspiegeln (Wut, Traurigkeit, …), Emotionen benennen, da sein und zuhören.
- Mut haben, dem Kind mehr zuzutrauen (abhängig vom Alter)
Kinder kommen selbst auf Ideen. - Hilfe zur Selbsthilfe
Druck: Wie Eltern das Selbstvertrauen ihrer Kinder schwächen
Eltern prägen oft die Wahrnehmung eines Kindes von seiner Leistung nicht nur durch das, was sie sagen, sondern auch durch ihr Verhalten im Umgang mit Fehlern, Erfolg und Misserfolg.
Elterliches Lob – richtig eingesetzt – stärkt Resilienz, Motivation und mentale Gesundheit – falsch eingesetzt kann es Unsicherheit und Leistungsangst fördern.
Kommentare zu Anstrengung, Lernen und Ausdauer unterstützen ein stabileres Kompetenzgefühl.
Ebenso stark wirken die elterlichen Reaktionen im Moment. Sichtbare Frustration, Angst, Enttäuschung über Fehler – sie können alle signalisieren, dass Fehler bedrohlich sind, selbst wenn Worte beruhigend sind.
Kinder sind sehr empfindlich für Tonfall, Körpersprache und emotionale Signale und lernen ebenso sehr durch Beobachtung wie durch Anweisung.
Was bringt Kindern Freude am Sport?
Jahrelang gingen Erwachsene davon aus, dass Gewinnen das ist, was Kinder beim Sport motiviert.
Jahrelang gingen viele Erwachsene davon aus, dass Gewinnen der wichtigste Grund ist, warum Kinder und Jugendliche Sport treiben. Pokale, Tabellenplätze und Ergebnisse standen häufig im Mittelpunkt. Erfolg wurde daran gemessen, wer am Ende ganz oben steht.
Die Forschung zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Sportwissenschaftlerin Amanda J. Visek untersuchte mit ihrer Fun Integration Theory, was junge Athletinnen und Athleten tatsächlich als „Spaß“ im Sport erleben. Das Ergebnis: Spaß entsteht nicht in erster Linie durch Siege. Kinder verbinden Freude am Sport mit einem viel breiteren Spektrum an Erfahrungen.
Sie wollen spüren, dass sie besser werden. Sie wollen lernen, sich anstrengen, Herausforderungen meistern und Fortschritte erkennen. Ein gelungenes Training, ein neu erlernter Bewegungsablauf oder das Gefühl „Ich kann heute etwas, das ich gestern noch nicht konnte“ kann für sie genauso bedeutsam — oft sogar bedeutsamer — sein als ein gewonnenes Spiel.
Ein weiterer zentraler Faktor ist das soziale Umfeld: Freundschaften, Zusammenhalt im Team, Unterstützung durch Trainerinnen und Trainer und das Gefühl, dazuzugehören. Kinder erinnern sich später häufig weniger an Ergebnisse und Tabellenstände, sondern daran, wie sie sich gefühlt haben: Wurde ich gesehen? Wurde mir etwas zugetraut? Durfte ich Fehler machen und wachsen?
Das bedeutet nicht, dass Gewinnen unwichtig ist. Wettbewerb, Ziele und der Wunsch nach Erfolg gehören zum Sport dazu. Aber Gewinnen ist nur ein Teil des Erlebnisses — nicht der Kern der Motivation.
Wenn Erwachsene den Fokus ausschließlich auf Ergebnisse legen, können Druck und Angst vor Fehlern entstehen. Wenn sie dagegen Entwicklung, Einsatzbereitschaft, Mut, Teamgeist und persönliche Fortschritte betonen, entsteht ein Umfeld, in dem Kinder langfristig motiviert bleiben und ihr Potenzial entfalten können.
Die entscheidende Frage nach einem Training oder Wettkampf lautet deshalb vielleicht nicht zuerst: „Hast du gewonnen?“
Sondern:
„Was hast du heute gelernt?“
„Was hat dir Spaß gemacht?“
„Worauf bist du stolz?“
„Wo hast du dich verbessert?“
Anmerkung: Viseks Forschung sagt nicht aus, dass „Gewinnen keine Rolle spielt“, sondern dass Gewinnen nur einer von vielen Spaßfaktoren ist und von Erwachsenen häufig überschätzt wird.
Wissenschaftliche Quellen:
Visek, A. J., Achrati, S. M., Mannix, H. M., McDonnell, K., Harris, B. S., & DiPietro, L. (2015).
The Fun Integration Theory: Toward Sustaining Children and Adolescents Sport Participation.
Journal of Physical Activity and Health, 12(3), 424–433.
https://doi.org/10.1123/jpah.2013-0180
Selbstvertrauen im Sport aufbauen: Entscheidende Faktoren
Nachdem ich über die letzten fast 25 Jahre mit Hunderten von (jungen) Sportlern und ihren Eltern gearbeitet habe, zeigt sich immer wieder ein Muster, oft in bester Absicht:
Das eigene Verhalten der Eltern kann bremsend wirken. Negative Kommentare über Trainer, Schiedsrichter oder Mitspieler vermitteln dem Kind Abwertung. Ebenso wirken sich mangelnde Vorbildfunktion oder Desinteresse an Bewegung aus. Kinder orientieren sich stark an dem, was sie im Alltag erleben.
Eltern untergraben Selbstvertrauen, wenn sie – oft aus Sorge oder Ehrgeiz oder aufgrund unrealistischer Erwartungen – genau dies beschädigen. Eltern unterminieren das Gefühl von Selbstwert und Individualität bei Kindern oft subtil durch bestimmte Aussagen, die Kritik, Vergleiche oder Einschränkungen ausdrücken. Hier sind die Beispiele solcher Aussagen: „Warum kannst du nicht so gut sein wie dein Bruder?“ „Schau, wie schnell Anna das gelernt hat!“
Wirkung: Kinder fühlen sich minderwertig, als hätten sie nicht genug Wert, wenn sie nicht „mithalten“. Eigenständigkeit und Stolz auf eigene Fortschritte werden untergraben. Kinder beginnen, sich als „nicht gut genug“ wahrzunehmen.
Wenn sich ein Kind bewertet, ständig beurteilt oder verglichen fühlt, schleicht sich Angst ein. Selbstvertrauen im Sport entsteht, wenn Kinder regelmäßig erleben:
- Ich darf Fehler machen
- Ich werde ernst genommen
- Ich werde besser
- Ich bin unabhängig vom Ergebnis wertvoll.
Selbstvertrauen im Sport entsteht durch:
– emotionale Sicherheit
– Fehlerakzeptanz
– Autonomie
– Wertschätzung unabhängig vom Ergebnis
Selbstvertrauen im Sport wächst bei Kindern nicht durch Siege, sondern durch wiederholte Erfahrungen von Kompetenz, Sicherheit und Selbstwirksamkeit.
Mentale Tools für junge Sportler: Fokus, Resilienz und Winner Mindset
Novak Djokovic reflektiert darüber, was er seinem jüngeren Ich raten würde – eine wertvolle Botschaft für alle jungen Athleten. Dazu gehören:
- Entspannter auf dem Platz und weniger Anspannung.
- Geduldiger sein.
- Dem Prozess vertrauen.
- Sich mit positiven Menschen umgeben.
- Mehr verstehen, um bessere Entscheidungen treffen zu können.
Was können Vereine und Trainer tun?
- Webseite mit Informationen für Eltern: zum Beispiel Parken, Ansprechperson für Eltern, die Feedback geben können; Arbeitsweise
- Familienangebote schaffen
- Zeichen setzen: „Ich bin willkommen.“
- Elternangebote
Was kann ein Trainer tun?
- Kommunizieren: Was erwarte ich von den Eltern? Was glaube ich, dass Eltrn von mir erwarten? Welche Erwartungen bin ich bereit zu erfüllen?
- Transparent machen, was ich als Trainer leisten und was ich nicht leisten kann.
- Klare Kommunikationsregeln
- In welchen Bereichen können sich Eltern einbringen (Versorgung, Fahren, jemand am Spielfeldrand). Damit Eltern sich als Teil des Systems fühlen.
Weniger Druck, mehr Vertrauen: Der Schlüssel zu mental starken, gesunden jungen Sportlern
✨ Sie hören auf, die Wettkampfnervosität ihres Kindes „reparieren“ zu wollen.
✨ Sie beginnen, den Druck zu Hause rauszunehmen.
✨ Die Eltern lernen, sich selbst zu regulieren.
✨ Der Sportler lernt, sich zwischen den Wettkämpfen neu auszurichten.
© Ihre Antje Heimsoeth
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► Kinderängste – Was kann man gegen Ängste bei Kindern tun?
FAQ Häufig gestellte Fragen: Wie Eltern junge Sportler mental stärken können
Wie können Eltern ihr Kind im Leistungssport mental stärken?
Eltern können ihr Kind stärken, indem sie ihm vertrauen, an seine Fähigkeiten glauben und unabhängig von Ergebnissen emotional für es da sind. Junge Sportler brauchen das Gefühl, Fehler machen zu dürfen, ernst genommen zu werden und auch nach Niederlagen wertvoll zu bleiben. Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Vertrauen bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Welche Rolle sollten Eltern im Nachwuchsleistungssport einnehmen?
Eltern sollten in erster Linie Eltern bleiben und nicht die Rolle des Trainers übernehmen. Ihre Aufgabe besteht darin, ihr Kind zu ermutigen, zu trösten, zu unterstützen und ihm einen sicheren emotionalen Rückhalt zu geben. Hinweise zu Technik und Taktik sollten grundsätzlich dem Trainer überlassen werden.
Wie sollten Eltern nach einem Wettkampf reagieren?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Manche Kinder möchten sofort sprechen, andere brauchen Abstand oder möchten an diesem Tag gar kein Feedback mehr hören. Eltern können deshalb fragen: „Möchtest du Feedback von mir?“ und „Wann wäre ein guter Zeitpunkt dafür?“
Welche Fragen können Eltern nach dem Training oder Wettkampf stellen?
Statt sofort nach dem Ergebnis zu fragen, können Eltern den Blick auf Erlebnisse, Lernen und persönliche Entwicklung richten. Geeignete Fragen sind beispielsweise:
„Wie war es für dich?“
„Was hat dir heute Spaß gemacht?“
„Was hast du heute Neues gelernt?“
„Was war schwierig für dich?“
„Worauf bist du stolz?“
„Wo hast du dich verbessert?“
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch nach dem Wettkampf?
Ein Gespräch sollte möglichst erst stattfinden, wenn sich die Emotionen abgekühlt haben. Das Kind braucht häufig erst mal Abstand zum Wettkampf und zu dem, was passiert ist. Außerdem kann es einen Unterschied machen, von wem das Feedback kommt. Eltern sind nicht automatisch immer die erste Anlaufstelle.
Wie geben Eltern ihrem Kind hilfreiches Feedback?
Hilfreiches Feedback ist realistisch, wertschätzend und auf den Prozess ausgerichtet. Eltern sollten zuhören, nichts künstlich schönreden und technische oder taktische Analysen weitgehend dem Trainer überlassen. Besonders stärkend ist konkretes Lob wie: „Ich fand es stark, wie du nach dem Fehler weitergemacht hast.“
Wie können Eltern Wettkampfdruck reduzieren?
Eltern können Druck herausnehmen, indem sie nicht nur auf Ergebnisse schauen und nicht versuchen, jede Nervosität sofort zu beseitigen. Hilfreich sind Innehalten, bewusstes Durchatmen und die Frage, was das Kind gerade tatsächlich braucht. Auch die eigene Gelassenheit und Ruhe der Eltern wirkt sich auf das Kind aus.
Wie beeinflussen Eltern das Selbstvertrauen ihres Kindes?
Eltern beeinflussen das Selbstvertrauen nicht nur durch ihre Worte, sondern auch durch Tonfall, Körpersprache und ihren Umgang mit Fehlern. Sichtbare Enttäuschung, Angst oder Frustration können dem Kind vermitteln, dass Fehler bedrohlich sind. Wertschätzung, Fehlerakzeptanz, emotionale Sicherheit und Autonomie fördern dagegen ein stabiles Selbstvertrauen.
Warum sollten Eltern ihr Kind nicht mit anderen vergleichen?
Vergleiche mit Geschwistern, Mannschaftskollegen oder anderen Sportlern können beim Kind das Gefühl auslösen, nicht gut genug zu sein. Dadurch werden Eigenständigkeit und Stolz auf die eigene Entwicklung geschwächt. Eltern sollten stattdessen persönliche Fortschritte, Anstrengung, Lernen und Ausdauer hervorheben.
Entsteht Selbstvertrauen im Sport vor allem durch Siege?
Selbstvertrauen wächst vor allem durch wiederholte Erfahrungen von Kompetenz, Sicherheit und Selbstwirksamkeit. Kinder brauchen die Erfahrung, dass sie sich verbessern können, dass ihnen etwas zugetraut wird und dass ihr Wert nicht von einem Ergebnis abhängt.
Was macht Kindern und Jugendlichen im Sport Freude?
Freude entsteht nicht nur durch Gewinnen. Kinder möchten lernen, sich verbessern, Herausforderungen bewältigen und Fortschritte erleben. Auch Freundschaften, Zusammenhalt im Team, Unterstützung durch Trainer und das Gefühl, dazuzugehören, spielen eine wichtige Rolle. Gewinnen ist ein Teil des Sporterlebnisses, aber nicht der einzige Motivationsfaktor.
Welche Aussagen können den Leistungsdruck eines Kindes verstärken?
Kritik, Vergleiche und unrealistische Erwartungen können den Druck erhöhen. Aussagen wie „Warum kannst du nicht so gut sein wie dein Bruder?“ oder „Schau, wie schnell andere das gelernt haben“ vermitteln dem Kind, dass es nicht genügt. Auch sichtbare Enttäuschung über Fehler kann Unsicherheit und Angst vor dem Versagen verstärken.
Wie können Eltern mit der eigenen Nervosität am Spielfeldrand umgehen?
Eltern können zunächst innehalten, bewusst durchatmen und sich selbst regulieren. Sie sollten wahrnehmen, welche Gefühle die Spielsituation bei ihnen auslöst, ohne diese unmittelbar auf das Kind zu übertragen. Ruhe und Gelassenheit helfen dabei, dem Kind Sicherheit statt zusätzlichen Druck zu vermitteln.
Welche Belastungen erleben Familien im Nachwuchsleistungssport?
Der Leistungssport kann den Alltag der gesamten Familie verändern. Zu den Belastungen gehören organisatorischer und zeitlicher Aufwand, Reisen zu Wettkämpfen, finanzielle Kosten, fehlende Familien- und Paarzeiten, zu wenig Schlaf sowie die Frage, wie Geschwister berücksichtigt werden. Hinzu kommen Sorgen wegen Verletzungen, schulischer Anforderungen und mangelnder Kommunikation mit Trainern.
Wie wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Trainern?
Eine klare, wertschätzende und transparente Kommunikation zwischen Eltern und Trainern ist wichtig. Trainer sollten erläutern, was sie von Eltern erwarten, welche Aufgaben sie übernehmen können und wo die Grenzen der Zusammenarbeit liegen. Elternsprechzeiten, klare Kommunikationsregeln und feste Ansprechpersonen können dazu beitragen, dass Eltern sich ernst genommen und als Teil des Systems wahrgenommen fühlen.



