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Wie kann man Kinder mental stärken?

Wie kann man Kinder mental stärken - Antje Heimsoeth

Es ist gar nicht so einfach Kinder glücklich, gesund und selbstbewusst großzuziehen.
Ich arbeite jetzt seit 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen, habe unendlich viel dazu gelesen und gehört und habe selber das Buch „Mein Kind stark machen: Mentaltraining für Schule, Sport und Freizeit“ geschrieben.

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Kinder mental stärken – Warum Rituale so wichtig sind

Ich glaube, dass es heute vielen Kindern und Jugendlichen mental nicht so gut geht, weil sie teilweise keine Rituale mehr haben, wie zum Beispiel das Ins-Bett-gebracht-werden-Ritual. Kinder brauchen und wünschen sich Regeln und Rituale. Ja, das ist manchmal als Eltern eine Gratwanderung, damit man nicht als Diktator wahrgenommen wird. Auf der anderen Seite ist es eben die Aufgabe der Eltern ihre Kinder zu ernähren, sie verschiedene Dinge zu lehren, Vorbild für sie zu sein und sie zu lieben. Daher: Setzen Sie Regeln, wie zum Beispiel kein Handy beim Abendessen. Das gilt natürlich dann auch für alle in der Familie. Weitere Regeln für Zu-Bett-geh-Zeiten; wie wird es gehandhabt, wenn Kind / Jugendlicher zu spät nach Hause kommt usw. Und führen Sie wieder Rituale ein, wie zum Beispiel das Ins-Bett-geh-Ritual, wo Sie sich auch noch mal austauschen können über Dinge wie: Welche Stärken hat das Kind heute wo eingesetzt und wofür bin ich heute dankbar? (Dankbarkeitstagebuch)

Kinder mental stärken bedeutet, Kinder immer öfters selbst entscheiden lassen

Was passiert, wenn heute Kinder ein Problem haben? Dann gehen Sie zu den Eltern und meist lösen es dann die Eltern für die Kinder. Wie sollen dann allerdings Kinder eine Lösungsfindungskompetenz entwickeln, wenn Eltern ihnen das immer wieder abnehmen? Daher, wenn Sie Ihre Schützlinge glücklich und zu selbstbewussten Kindern aufziehen wollen, lassen Sie Ihre Kinder immer öfters ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und natürlich dürfen Kinder dann auch die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Kinder mental stärken bedeutet den Fokus auf positive Formulierungen zu setzen

Ich höre Eltern sehr oft mit ihren Kindern ausschließlich über ihre Defizite und Schwächen reden. Hier im Haus lebt eine Familie, da kam letztens die Tochter von der Schule nach Hause. Ich denke, die Mutter hat durch das Fenster gesehen, dass die Tochter kam, riss die Haustür auf und statt ihre Tochter mit einem „Hallo, wie geht’s dir? Schön, dass du da bist.“ lieb in den Arm zu nehmen, schreit sie ihr entgegen: „Wo hast du deinen Turnbeutel?“
Ich setze mich oft am Ende von Coachingsitzungen noch mit den Eltern und den Kindern oder Jugendlichen, die ich mental begleiten darf, zusammen und frage die Eltern in dem Gespräch: „Was kann Ihr Kind besonders gut? Worauf sind Sie stolz? Wo liegen die Stärken, positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Talente Ihres Kindes?“ Das ist für sehr viele Eltern eine sehr schwierige Aufgabe und so sollte es natürlich nicht sein.

Achten Sie bitte mal darauf, wie oft Sie sagen: „nicht schlecht“ statt gut, toll, super, genial, denn die deutsche Sprache bietet viele Steigerungen. Spüren Sie mal in sich rein, wie geht es Ihnen, wenn Sie hören: „Das war nicht schlecht.“? Dann fragen Sie sich innerlich sicher auch: Okay, aber was ist das Aber? Wo ist der Haken an der Sache? Die Aufmerksamkeit wird darauf gelenkt, dass es eben noch eine Menge gibt, wo es irgendwie etwas anzumerken gibt, wo jemand nicht mit dem Gezeigten oder Geleisteten zufrieden war.

Beurteilen, verurteilen, blamieren Sie Kinder nicht in der Gegenwart von Dritten. Ich hatte letztens einen Golfprofi bei mir im Sport Coaching, der sehr schüchtern ist. Ich fragte ihn, wo das her käme, ob er eine Idee hätte? Er erzählte sofort ad hoc, dass er in der 6. Klasse von einer Lehrerin immer und immer wieder nach vorne gerufen wurde und sie ihm Fragen gestellt hatte, von denen sie wusste, dass er sie nicht wusste. Er hat an den Gesichtern seiner Mitschüler und an dem Geflüster erkannt, dass sich seine Mitschüler über ihn lustig machten. Eine Situation, die große Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein haben kann bis ins Erwachsenenalter hinein.

Wobei mir wichtig ist anzumerken: Ich will hier nicht die Schule verteufeln, so wie sie oft verteufelt wird, denn an der Erziehung unserer Kinder ist nicht nur die Schule beteiligt, sondern in allererster Linie die Eltern selbst oder Menschen, die ein Kind großziehen.
Sie können Ihren Kindern nicht oft genug erzählen, wie wundervoll und einzigartig sie sind. Das baut Kinder und Menschen auf. Zeigen Sie immer Verständnis für die Probleme Ihrer Kinder, auch wenn Sie diese vielleicht manchmal nicht nachvollziehen können. Erzählen Sie Ihren Kindern, was sie für ein Geschenk sind und dass Sie sie lieben, so wie sie sind. Viele Kinder fühlen sich heute nur geliebt, wenn sie Leistung bringen.  Liebe sollte aber nie an Leistungen gekoppelt sein.

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©Antje Heimsoeth

Zertifizierte AUSBILDUNG zum KINDER- und JUGEND MENTAL COACH

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