Lektionen des Lebens – Persönliches Wachstum - Antje Heimsoeth
Lektionen des Lebens – Persönliches Wachstum
6. April 2020
Podcast: Erfolgsprinzipien - Antje Heimsoeth
Podcast: Erfolgsprinzipien
15. April 2020

Offene Diskussionen, Hinterfragen und Zweifel äußern – auch in der Krise

Offene Diskussionen, Hinterfragen und Zweifel äußern - auch in der Krise - Antje Heimsoeth

Ein Kollege geht im Englischen Garten in der Nähe seiner Wohnung joggen. Die Polizei stoppt ihn und schickt ihn nach Hause. Willkür?

Eine Mitarbeiterin fährt mit dem Auto ins Büro, weil sie etwas ausdrucken muss. Die Polizei stoppt sie, fragt nach ihrem Ziel – „ich fahre ins Büro“. „Geben Sie uns die Telefonnummer Ihres Chefs“ – der Polizist ruft den Chef an und überprüft Ihre Aussage. Misstrauen pur.

„Vor Aktionismus und Überreaktionen der Polizei und des Staates habe ich am meisten Angst. Vor Maßnahmen, die mehr schaden, als dass sie uns vor etwas bewahren.“ sagt Opernstar Günther Groissböck in einem Interview mit dem OVB. „Ich spüre ein Rumoren und Hinterfragen, gerade weil man ahnt, dass das Wirtschaftssystem schwer geschädigt wird. Was man darüber hinaus nicht vergessen darf: Es geht auch und besonders um die Einschränkungen von Freiheitsrechten, wie wir das seit dem Zweiten Weltkrieg so noch nie kannten. Auch Meinungskorridore und das Unterbinden von Kritik an den Maßnahmen könnte zu einer neuen Art des Aufbegehrens beitragen. Egal, wie die einzelne Meinung ausfällt – das freie Wort muss weiter erlaubt sein dürfen.“ (OVB v. 1. April 2020, S. 22)

Eine sehr schwierige Zeit für alle, zwischen laissez faire und fast schon Willkür. Die einen rufen nach immer regideren Kontrollen, andere verharmlosen immer noch. Die Zahl derer, die Verschwörungstheorien Glauben schenken, nimmt scheinbar zu.

Ich persönlich verfolge ein Gespräch zwischen Experten, die unterschiedlicher Meinung sind, sehr gerne. Ich bin kein Mediziner oder Virologin. Für sich genommen, klingt jede Seite als medizinischer Laie plausibel. Deswegen glaube ich, wir können uns nur eine Meinung bilden, wenn man beide Seiten öffentlich miteinander diskutieren lässt.

Wie wollen wir am Ende die „Wahrheit“ herausfinden?

Unterschätzen wir mittlerweile nicht das Internet?
Wie unterscheiden wir im Netz von richtig und falsch, Wahrheit und Lüge?
Durch unsere Erfahrung? Unser Wissen, welches wir uns in anderen Artikeln im Internet angeeignet haben?
Die Schwierigkeit in all dem übertrifft zumindest meine Vorstellungskraft.

Mathias Döpfner, Vorstandschef des Medienriesen Springer hält fest: „Am Auftrag der Journalisten darf sich auch in der Krise nichts ändern. Gerade dann nicht. Sie sollten weiter zweifeln und hinterfragen. Es braucht jetzt nicht nur Solidarität und Gemeinsinn, sondern auch Kritik. Und vor allem Vielfalt der Informationen und Meinungen. Wir brauchen keine zentralstaatliche Propaganda, sondern einen Wettbewerb kritischer Intelligenz.“ (Augsburger Allgemeine)
Auch ich habe Zweifel und hinterfrage, auch wenn eine Diskussion über die unterschiedlichen Meinungen/ Möglichkeiten in der breiten Masse nicht gewünscht ist. Ich will hier gerade auch gar nicht bewerten, was falsch und richtig ist. Ich finde es aber bedrückend, zu sehen, wie die breite Masse ohne eine Diskussion zuzulassen, sich mit Grundrechtseinschränkungen einverstanden erklärt und sogar nach mehr Einschränkungen ruft. Auch wenn diese Maßnahmen vielleicht richtig sind, würde ich mir eine offenere Diskussion wünschen.

Es geht nicht um diese eine Wahrheit oder Lüge. Es sind viele Puzzleteile an Informationen, die manchmal nicht zusammenpassen, kein logisches Bild ergeben, manchmal gar kontrovers sind. Also lese ich sehr viel und versuche unterschiedliche Quellen, die ich ebenfalls kritisch hinterfrage, zu nutzen – Sammeln von Puzzleteilen. Natürlich kommt auch Erfahrung dazu, Wissen auf welches wir zurückgreifen können, vergleichbare Vorfälle, die es in der Vergangenheit gab. Wenn ich neue Informationen lese, die mich stutzen lassen, versuche ich mehr dazu zu erfahren, ohne mir sofort eine Meinung zu bilden.

Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen es umgekehrt machen: Sie bilden sich zuerst eine Meinung und suchen gezielt nach Informationen, die diese belegen, blenden dabei alles andere aus. Auch lese ich viel internationale Presse und das wirft zusätzliche Fragen auf. Es kostet Zeit, ist anstrengend, manchmal leider auch erschreckend.
Ich wünsche mir, dass niemand sich genötigt fühlt, das eine oder andere „Lager“ zu beziehen, das wäre kontraproduktiv. Von einem offenen, respektvollen Austausch können wir alle nur profitieren.

Aber …

Corona verlangt von jedem einzelnen enorm viel ab. Ich verstehe, wenn sich der ein oder andere sogar überfordert fühlt. Was ich jedoch überhaupt nicht akzeptiere ist, dass Personen, die in den aktuellen Tagen alles für uns als Gesellschaft leisten, dafür auch noch diskreditiert und angegriffen werden. Selbstverständlich kann heute nicht alles richtig gemacht werden. Fehler werden weiterhin gemacht. Diese sind auch zwingend nötig, um daraus zu lernen und schneller besser zu werden!
Niemand macht alles richtig. Aber viele machen nicht einmal etwas!

Exit-Strategie

Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist wichtig. Die Ausgangsbeschränkung (in Bayern) löst in vielen Menschen ein leichtes Gefühl der Ohnmacht aus. Menschen machen sich Gedanken, wie weit geht die Einschränkung der Grundrechte noch.
Es ist wichtig, dass wir reden, reden über Lockerungen. Es braucht Hoffnung und Zuversicht.

Nicht-Arbeiten und Einsamkeit können auch töten. Manchen Menschen ist alles weggebrochen.
Es gibt auch noch andere kranke Menschen, die auf die Chemotherapie warten, starke Schmerzen haben oder am Brustkrebs operiert werden müssten.

Was hilft in Zeiten von Corona?

Frankl spricht von Tragischem Optimismus:

„Irgendwie muss es auch noch angesichts der tragischen Aspekte unseres Daseins die Möglichkeit geben, das Beste daraus zu machen. Das Beste heißt auf lateinisch Optimum – und nun wissen Sie, wie ich auf den Ausdruck ‚Tragischer Optimismus‘ gekommen bin.“ Der Mensch ist fähig, auch aus und in der Krise Positives zu machen. Leben Sie im Hier und Jetzt.

Zuversichtlich bleiben und trotzdem die Realität ins Visier nehmen und handeln. „Es wird schon wieder werden“ ist eine Floskel.

Optimistisch sein ist wichtig. Man darf aber nicht hoffen, dass sich nur durch optimistisches Denken etwas ändern wird. Wenn man etwas ändern möchte, dann muss man auch bereit sein zu handeln.

Offene Diskussionen, Hinterfragen und Zweifel äußern - auch in der Krise

Churchill wird zugesprochen: „If you’re going through hell – keep going.“

Generell ist es für mich hilfreich auch ein Worst-Case-Szenario durchdacht zu haben und Vorkehrungen für diesen Fall zu treffen. Das gibt mir Sicherheit. In der Krise rückt das natürlich noch einmal mehr in den Fokus.

Gelassen bleiben, auch wenn es schwer fällt, sich auf das eigene Leben fokussieren und daran glauben, dass wir das als Gesellschaft gut überstehen und die Welt „besser“ wird.

Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen.
© Ihre Antje Heimsoeth

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Autorin und Keynote Speaker Antje Heimsoeth

Ihre berufliche Laufbahn begann Sie als Geodätin. Heute gehört Sie als Expertin für Mentale Stärke, Motivation, Positive Psychologe, Positive Leadership, Selbstführung und Spitzenleistungen und zehnfache Buchautorin zu den bekanntesten Mental Coaches im deutschsprachigen Raum. Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ und Top 100 Erfolgstrainer ausgezeichnet. Bei Managern und Medien gilt sie als „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS).  Weltweit tätig. Infos unter  www.heimsoeth-academy.com, www.antje-heimsoeth.com

2 Comments

  1. Rudi Rembart sagt:

    Grüß euch, meiner Meinung nach ist es wichtig, die Risikogruppen zu schützen. Dafür muss man allerdings nicht die ganze Welt lahm legen. Also- was steckt dahinter? Ich glaube, dass man sich in alle Richtungen informieren muss (Gesndheit, Politik, Wirtschaft,…) um sich ein Gesamtbild machen zu können. Ebenso müssen Kritiker weiterhin offen alles sagen dürfen, wenn sie dementsprechende Hintergründe liefern. Was mich stutzig macht, ist dies, dass man Gesellschaften mit einfachen Angstparolen der Regierungen so gehorsam macht, dass wenige dies Hinterfragen. Nicht mal die Oppositionen der Länder machen dies, so wie es normal sein sollte.
    Ich arbeite in einem systemrelevanten Beruf in Österreich (Behindertenarbeit) und uns haben sie jetzt mal 3 Monate in Kurzarbeit geschickt, obwohl viele meiner KollegInnen einen Altenfachausbildung oder DGKS Ausbildung haben. Die Poliik gibt vor und alle ziehen mit. Es wird hingenommen. Proteste ersticken im Keim. Da heißt es einfach: „Das Land zahlt die Beiträge nicht mehr.“ Wenn ich jetzt in der Arbeit bin, bekommen wir ständig Neuerungen im Hygienebereich und Gesundheitsbereich. Getestet wird bei uns auch niemand. Es gibt sehr viele „Warum wird das jetzt so gemacht?“ -Fragen bei uns. Es ist alles nicht mehr nachvollziehbar.
    Entweder ist der Virus viel gefährlicher als alle Tun oder es wird solange Angst gemacht, dass Zwangsimfungen und Chippungen eingeführt werden und es wird wie früher oder wir stehen vergleichbar im Jahr 1922 was die Wirtschaft, Finanz und Politik betrifft. Mir hat wer gesagt, wie das damals war, dass Hitler an die Macht kam?- genauso. Es war nur eine andere Zeit und ein anderer Auslöser. Die Gesellschaft lässt sich viel zu viel gefallen. Denn Normal ist dies nicht mehr heutzutage.
    Eine Denkaufgabe: Wohin in der Politik kann man sich wenden, wenn man Hintergründe erfahren möchte und warum Aussagen von Kritikern zensiert werden? LG Rudi

  2. Rainer sagt:

    Servus Antje! Ja, die Corona Krise verlangt Allen etwas ab. Es gibt für alles ein Für und ein Wider. Zumal es ja für die ganze Welt eine neue und völlig unbekannte Siruation ist. Es ist zudem nicht einfach nachzuvollziehen welche Meldungen die verbreitet werden, auch der Wahrheit entsprechen. Beispiel: Letzten Sonntag war als Beitrag von BR 24 auf Facebook ein Post eingestellt, dass das RKI die Masken für unsinnig hält. Auf der richtigen BR 24 Seite war davon aber nichts. Oder stimmt es dass die Fotos der reihenweise Särge in Italien eigentlich Aufahmen vom Lampedusa Unglück stammmen? Das alles erfordert viel Recherche – und dazu reichlich Nerven. Ist mir ehrlich gesagt zu zeitaufwendig und eben nervig. Ich habe das Glück ganz normal in die Arbeit gehen zu dürfen, also muss ich mir das dann am Feierabend nicht antun. Ja man muss nicht den Anweisungen der Regierung blind folgen, da gebe ich Dir recht – aber da sollte man den Gesichtspunkt „was kann ich ändern – was muss ich akzeptieren“ den Du ja auch in Deinen kostenlosen Webinaren (Danke, dafür ist eine tolle Sache) thématisierst, ins Spiel bringen. Söder wird sich schon Gedanken machen was ist richtig und was ist falsch. Die Hinhaltetaktik allerdings nervt zusehends. Das werden Entscheidungen verkündet, dann wieder verschoben. Und es wird viel mit zweierlei Maß gemessen. Beispiel: Warum darf ein Baumarkt öffnen, ein Einzelhandels Geschäft erst eine Woche später Bei ca 80 m² Verkaufsraum wäre hier der gefoderte Abstand leicht einzuhalten, wenn nicht mehr als 3 Kunden zeitgleich diesen betreten. Aber die Einzelhändler brauchen ja Zeit um sich vorzubereiten. Hey, die hatten 4 Wochen zu und da jede Zeit der Welt. Thema Friseure: Jedem Kunden werden die Haare gewaschen! Für mich ein völlig neuer Ansatz der Übetragungsmöglichkeit (mach mer jetzt dann Burka?) und keine Zeitschriften. Für mich als Mann egal, aber eine Frau beim Färben? In Arzt- und Zahnarztpraxen liegen Zeitschriften auf. So ich habe jetzt mal meine Meinung geschriebn – Danke für die Möglichkeit Antje. Ich werde auch nicht diskutieren, sondern wollte nur mal meine Ansichten so schreiben. Wenn das jemand so ganz anders sieht, dann ist das so, dann hat er eben eine andere Meinung. Aber diese sollte eben jeder haben: SEINE Meinung! Bleibt gesund, bleibt stark, haltet durch, es wird hoffentlich wieder bald so etwas wie „Normalität“

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