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Mentale Stärke ist eine Fähigkeit, die man lernen kann.
Im Mentaltraining bekommst du Klarheit über Situationen, in denen du mental stärker werden möchtest, Gedanken, Emotionen wie (irrationale) Ängste, Verhalten und Körper. Was für Reflexe habe ich eigentlich? Was tue ich automatisch? Wozu tendiere ich? Warum mache ich das, was ich mache? In welchen Situationen möchtest du was tun können? Du schaust auf dich, deine Stärken und Schwächen. Du setzt dich mit Verletzlichkeiten auseinander.
Mentale Stärke als Schatzkiste
Wir reden im Mentaltraining über den bewussten Umgang mit Emotionen, Emotionskontrolle, (irrationale) Ängste, Ärger, Nicht Einhalten von Deadlines, Achtsamkeit, Meditation und Entspannungstechniken, Selbstreflexion, Ablenkungen und Störfaktoren, Werte, Haltung, Mindset, Schlaf, Bewegungsoptimierung, Zielearbeit, Routinen und Rituale, Motivation, Lernfähigkeit, Umgang mit Fehlern – jeder Mensch macht Fehler – und Niederlagen, Selbstbild, Pep Talk / Affirmationen, emotionale Einstellung, Willenskraft, -stärke, Beharrlichkeit, Strategien, Disziplin, Verhalten, Fleiß, Umgang mit Druck, Perfektionismus, Selbstliebe, positive Bestärkungen, Visualisierung, Lernen am Modell, Kontrollüberzeugung, Aufzeigen anderer Wege, Pausen machen, z.B. in Unterbrechungen zwischen den Übungen im Training, Regeneration und vieles mehr.
Weiterlesen: Themen, die im Sportmentaltraining durch einen Mental Coach begleitet werden können
1 Erstelle Notfallpläne bzw. Plan B
Anstatt anzunehmen, dass alles reibungslos verläuft, macht man sich bewusst, dass Dinge schiefgehen können.
Ein Notfallplan ist einfach und konkret, etwa so: „Wenn das passiert, werde ich das tun.“ „Wenn X, dann tue ich Y.“
Das funktioniert, weil es spontane Entscheidungen überflüssig macht. Wenn etwas schiefgeht, muss das Gehirn nicht erst überlegen, was als Nächstes zu tun ist.
2 Mentale Vorbereitung jenseits des Plans
Ich bin auf das Zitat von James Clear aus einer wöchentlichen E-Mail gestoßen, die er verschickt hat: „Die ultimative Form der Vorbereitung ist nicht die Planung für ein bestimmtes Szenario, sondern eine Einstellung, die mit Unsicherheiten umgehen kann.“
Es gibt auch ein weiteres Zitat, das Mike Tyson zugeschrieben wird: „Jeder hat einen Plan, bis du ins Gesicht geschlagen wirst“
Sprichwort der Navy SEALs: „Unter Druck steigst du nicht auf, sondern fällst auf das Niveau deiner Ausbildung.“
Wie bereitest du dich auf Unsicherheiten und Ungewohntes vor? Was brauchst du, wenn dir „ins Gesicht geschlagen“ wird? Kannst du dich mental anpassen, wenn Gedanken an Scheitern und Angst aufkommen? Was tust du, wenn der Plan, in den Du und deine Trainer investiert haben, nicht das gewünschte Ergebnis liefert? Was tust du, wenn du trotz hartem Training die gewünschten Ergebnisse nicht erreichst?
3 Hinterfrage dein Umfeld und System – Dein Umfeld bestimmt, wer du bist
Emotionale Verbindungen und mentales Wohlbefinden: Unsere emotionale und mentale Gesundheit blüht auf, wenn wir gelingende Verbindungen pflegen. Diese Beziehungen bieten Unterstützung, Ermutigung, Verständnis und ein Gefühl der Zugehörigkeit, die für unser psychisches Wohlbefinden entscheidend sind. Sie bringen dich weiter.
„Es ist einfacher, an sich selbst zu glauben, wenn andere es tun!“ (Railo, W., Storck, M. 1986)
Positive Rückmeldungen von Trainingspartnern. Freunde, die dir verzeihen, dass du wenig Zeit für sie hast. Arbeitskollegen, die Verständnis haben dafür, dass du flexiblere Arbeitszeiten brauchst. Ein paar bewusst gewählte Worte, ein Schulterklopfen oder eine Umarmung von deinem Trainer oder einem Familienmitglied können Ihnen deine Angst vor einem Wettkampf nehmen.
Solch emotionale Unterstützung ist für weibliche Sportlerinnen besonders wichtig, so meine Erfahrung.
Eltern können Teil des Problems oder Teil der Lösung sein. Sportler, die liebevolle Unterstützung von ihren Eltern erhalten, werden viel eher die sportlichen Herausforderungen meistern und Ziele erreichen als jene, die versuchen müssen, die elterlichen Träume zu erfüllen.
Der „amerikanische Football-Quarterback Dan Marino hatte das Glück, dass sein Vater ihm immer kleine Zettelchen schrieb, auf denen stand: „Ich liebe dich – bei Sieg und Niederlage.““ (Bill Beswick. 2011, S. 51)
DANKE sagen
Wer sich ein gelingendes, positives Umfeld aufgebaut hat, darf etwas auf keinen Fall vergessen: DANKE zu sagen. Heben Sie die Leistung ihrer Unterstützer und Ermutiger hervor und bieten ihm eine Bühne, auf der auch deren Leistungen gewürdigt werden. Dann können Sie sich der Unterstützung auch in der Zukunft gewiss sein.
4 Das (private) Umfeld ist ein Hauptfaktor für den sportlichen Erfolg
Für viele Sportler ist das private Umfeld einer der Hauptfaktoren für den Erfolg. Wenn es im privaten Umfeld Probleme gibt, dann beeinflusst das auch die Realisierung der sportlichen Ziele. Ständige Auseinandersetzungen mit dem Partner, familiäre Spannungen im Elternhaus, ein krankes Kind zuhause oder andere Unsicherheiten – die negativen Faktoren sind meist so groß, dass sie entscheidend von der notwendigen 100-prozentigen Fokussierung auf das sportliche Ziel ablenken. Selbst wenn versucht wird, die Umstände zu verdrängen, werden sie dich wieder einholen, weil sie im Unterbewusstsein dein Fühlen und Denken beeinflussen und auf diesem Weg auch dein Handeln und Verhalten. Private Probleme wirken sich fast immer auch auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus.
5 Sport ist emotional: Emotionale Ausgeglichenheit fördern
Starke Emotionen – ob positiv oder negativ – reißen Sportler und Trainer aus dem Hier und Jetzt. Verteufle bzw. verneine Emotionen nicht. Emotionen sind ein Teil von uns. Kontrolliere deine Emotionen. Lerne Atemübungen, schaffe Awareness (Bewusstsein, Achtsamkeit), setze eine ruhige Körpersprache ein, nutze Ruhebild Visualisierung und Routinen – das hilft, während des Wettkampfs konzentriert zu bleiben.
Weiterlesen: Emotionsregulation im Sport: Kontrollieren Sie Ihre Emotionen oder kontrollieren sie Sie?
6 Fokus auf Prozesse, nicht auf Ergebnisse
Im Jahr 1984 bot der schwedische Psychologe Lars-Eric Unestahl einen verblüffenden Einblick in die Sportpsychologie: „Es gibt eine größere Chance, dass ein Sportler ein Gewinner wird, wenn er nicht den Sieg als Ziel hat.“
Dr. Unestahl hatte beobachtet, dass sich Spitzensportler auf Aufgaben und Lektionen konzentrieren, nicht auf Trophäen und Pokale. Das primäres Ziel ist es nicht, jemand anderen zu schlagen, sondern die eigene bisherige Leistung zu übertreffen.
Die eigentliche Frage ist nicht das Endergebnis, sondern das Lernen aus jedem einzelnen Problem, das vor Dir liegt. Die Punktzahl ist ein Nebenprodukt dieser Fokussierung.
Reinhören: https://www.heimsoeth-academy.com/prozessziele/
7 Leistungs-, Erfolgstagebuch führen – ein weiterer Schlüssel des Erfolgs
Führe ein Sportleistungs- oder Erfolgs-, Trainings- und Wettkampf-Tagebuch!
Ziele der Tagebuchanalyse:
- um genau zu überprüfen, was du erreicht hast,
- um deine Leistung zu kontrollieren und damit zu steigern,
- um handfeste Beweise zu haben,
- um vergangene Erfolge und die Faktoren, die zu diesen geführt haben, zu dokumentieren,
- um noch einmal den Augenblick des Erfolgs zu genießen, damit Sie Ihre schon erreichten Erfolge nicht vergessen, denn es ist großartig, Ziele zu erreichen,
- um anzuerkennen, was das Leben und der Sport dir alles bietet,
- um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Blick zu behalten,
- aber auch an welchen Schwächen und Defiziten du arbeiten musst und welche negativen Gewohnheiten es zu verändern gilt.
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Nimm dir jede Woche ein paar Minuten Zeit und wirf einen Blick in deine so dokumentierte Entwicklung. Sei stolz auf dich und was du bis hierhin erreicht hast. Deine sportliche Weiterentwicklung hängt auch von deinen positiven Gefühlen und Erinnerungen an vergangene Erfahrungen ab.
8 Verlagere deinen Fokus auf das, was in deinem Einfluss bzw. Kontrolle liegt:
Deine Reaktionen
- Deine Selbstliebe, Selbstakzeptanz
- Deine Gedanken
- Deine Anstrengungen
- Deine Atmung
- wie du mit dir selbst sprichst
- wie du mit anderen sprichst (Kommunikation)
- Deine Körpersprache
• …
Schreibe auf, was du kontrollieren und beeinflussen kannst. Es auf dem Papier zu sehen, schafft Bewusstsein. Es hilft dir zu erkennen, wohin Deine Energie und Fokus gehen sollte.
Investiere Zeit und Energie in das, was du kontrollieren und beeinflussen kannst.
Lerne, das zu akzeptieren, was du nicht ändern kannst.
9 Fehler sind Wegweiser zum Erfolg
Kein Sportler ist frei von Fehlern oder Niederlagen. Erfolgreiche Trainer und Athleten wissen, das Beste daraus zu machen! Die Basketball-Legende Michael Jordan bringt es in einem seiner berühmtesten Zitate auf den Punkt: „In meiner Karriere habe ich mehr als 9000-mal nicht getroffen. Ich habe fast 300 Spiele verloren. 26-mal habe ich den entscheidenden Wurf versiebt. In meinem Leben habe ich immer wieder versagt. Und genau deshalb bin ich so erfolgreich!“ Michael Jordan wusste, den Nutzen aus seinen Fehlern und Niederlagen zu ziehen. Dabei half ihm die Reflektion und Analyse. Keine Frage, unmittelbar nach einem verpatzten Durchlauf oder einem verlorenen Spiel steht niemandem der Sinn nach einer nüchternen Bilanz. In diesen Momenten haben uns zunächst die Gefühle fest im Griff. Ärger, Trauer und Enttäuschung fordern ihren Tribut. Diese Gefühle brauchen ihren Raum.
Weiterlesen Selbstsabotage vermeiden: Vom Versagen zur Lernchance
Für den ehemaligen Nationaltorwart Oliver Kahn ist die Akzeptanz der Niederlage, aus der eine Analyse resultiert, auch Ausdruck mentaler Stärke: „Ich mag Sportler, die sich hinterher hinstellen und sagen: Das war wirklich Mist, aber ich habe heute wahnsinnig viel gelernt. Beim nächsten Mal, da mache ich es viel besser. Die meisten sind ja wirklich völlig geknickt und zerbrochen. Ganz schlimm finde ich diejenigen, die dann andere für die Niederlage verantwortlich machen. Oder die höheren Mächte. Welche höheren Mächte? Mentale Stärke ist, hinterher zu sagen: Fatale Niederlage erlitten – aber ich habe daraus gelernt und mache es beim nächsten Mal besser. Ich konnte das auch anfangs nicht. Im Gegenteil, ich war am Boden zerstört 1999. Aber mit immer mehr Erfahrung konnte ich mir dann selbst sagen: Beim nächsten Mal, da mache ich es ganz anders.“
Sobald man einen Fehler akzeptiert, nimmt man ihm die Kraft und negative Energie.
Weiterlesen in meinem Buch „Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf.“ 3. Auflage. pietsch
10 Mental stark im Kopf: Lerne, deinen inneren Dialog zu führen und harsche Selbstkritik zu stoppen.
Wir denken weitaus mehr als wir sagen, jeder von uns. In Gedanken führen wir bereits Dialoge, lange bevor wir sie mit anderen nach außen beginnen. Die besten Gespräche führt man mit sich selbst, behauptet lakonisch der Volksmund. Aber stimmt das eigentlich? Wer seinen inneren Dialog (z. B. während eines Trainings) aufmerksam verfolgt, wird feststellen, dass negative Dialoginhalte in Form von Ungeduld, überzogener Selbstkritik, Überheblichkeit etc. die positiven wie Vertrauen, Respekt, Verständnis und Geduld bei Weitem überwiegen. Das ist fatal, denn, was du denkst und innerlich zu dir sagst, hat erheblichen Einfluss auf deine Gefühle, deinen Körper, deine Leistung, dein Allgemeinbefinden und deine Gesundheit. Wie wir mit uns selbst kommunizieren, wirkt sich aus.
Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Oliver Kahn sagt: „Der innere Dialog ist ein Werkzeug, mit dem es gelingt, einen Zustand zu erreichen, den ich mit ‘stark im Kopf’ und ‘mental stark’ bezeichne. Das ist die Fähigkeit, Herr seiner Gedanken zu sein und sich in einen positiven Zustand zu versetzen, der von tiefer Überzeugung und Zuversicht geprägt ist.” (Kahn, 2010). Kahn hat während seiner Fußballkarriere bewusst und systematisch immer wieder an seinem inneren Dialog gearbeitet, damit dieser – vor allem in Phasen von Unsicherheit und Selbstzweifeln – für statt gegen ihn arbeitete. Die Kontrolle des inneren Dialogs ist ein entscheidender Bestandteil mentaler Stärke.
11 Erfolgsfaktor Stärkenorientierung
Victoria Carl gewann Olympiagold im Teamsprint Langlaufen. Ihr Trainer habe ihr vor dem Rennen gesagt: „Ich soll mich auf meine Stärken besinnen.“ Und gab ihr damit Beflügelndes mit auf den Weg zur Goldmedaille. Vor einer Herausforderung an vorhandene Schwächen zu denken, wirkt hingegen wie ein Bremsklotz.
Eine konstante Verbesserung von Leistung ist in meinen Augen nur möglich, wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren. Um vorhandene Stärken, Fähigkeiten, Fertigkeiten, positive Eigenschaften, Talente und Ressourcen zu wissen und diese auszubauen, ebnet den Weg zum Erfolg.
12 Digital Detox: Regeneration für den Kopf
Der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer bezeichnet das Smartphone auch als „Schweizer Taschenmesser der Informationsgesellschaft“, weil es uns auf vielerlei Arten bietet, was wir suchen. Doch mit dieser Vielseitigkeit bietet es uns auch jede Menge Anlass, uns abzulenken und macht uns im wahrsten Sinne des Wortes das Abschalten schwer. Dabei braucht unser Gehirn zur Regeneration reizarme Zeiten. Zeiten, in denen wir uns gleichzeitig in Selbstkontrolle üben. Nicht jedem Impuls folgen, sondern die Hände und Augen ruhen lassen. Gedanken nachhängen, die Natur betrachten oder mit geschlossenen Augen die innere Einkehr suchen. Warum tun wir uns so schwer damit? Fürchten wir, nur Leere und Langeweile anzutreffen? Wir täten gut daran, diese willkommen zu heißen. Denn sie hilft uns, in uns hineinzuhorchen, uns neu auszurichten, das Vergangene Revue passieren zu lassen und die nächsten Schritte mental vorzubereiten. Das sichert uns auch über den Tag hinweg unsere Konzentrationsfähigkeit. Digital Detox heißt, sich wertvolle Pausen zu bescheren, die unsere Regeneration ermöglichen, auch mental.
Weiterlesen: Digital Detox – Vom Online- in den Offline-Modus
13 Mentale Stärke: Umgang mit Wettkampfangst
Mentale Stärke heißt auch, sich ungeachtet der Turnierbedingungen (Wetter, Reitanlage, Sport-, Golfplatz, Höhe der Wellen, A-, Abwesenheit des Trainers, Wind, Abreiteplatz, Größe des Starterfeldes, etc.) an seiner oberen Leistungsgrenze zu bewegen! Es ist eben eine Sache, im gewohnten Umfeld beim Training gut zu sein, und es ist eine ganz andere Herausforderung, auf Turnieren zu zeigen, was wir als SportlerInnen gelernt haben. Und jeder Sportler kann dem Leistungsdruck und der mentalen Leistungsherausforderung eines Wettkampfs standhalten, sofern er den Willen mitbringt, dies zu lernen und mentale Übungen anzuwenden. Lerne, wie du dich selbst managen kannst.
Weiterlesen: Wie man mit Wettkampfangst fertig wird
14 Genügender, erholsamer (und guter) Schlaf steigert die Leistungsfähigkeit
Roger Federer: „Ich brauche 11 bis 12 Stunden Schlaf pro Tag.“ (Nau.ch) „Wenn ich nicht 11 bis 12 Stunden pro Tag schlafe, ist das nicht gut“. Er brauche diese Menge an Schlaf, damit er sich nicht verletze.
„Schlaf ist wahrscheinlich das Wichtigste, worüber wir mit [Spielern] sprechen“, sagte Brad Pearson, Head Athletiktrainer für die Boston Red Sox. „Es ist entscheidend für ihre Genesung.“ (Sports Biometrics Conference)
Im Spitzensport hat Schlaf eine direkte und messbare Auswirkung auf Leistung, Regeneration und Verletzungsprophylaxe. Schlaf hat das Potenzial, die Leistung eines Athleten zu steigern oder zu zerstören. Bekommst du den Schlaf, den du brauchst, um Top Leistungen abrufen zu können?
Weiterlesen: Genügender, erholsamer (und guter) Schlaf steigert die Leistungsfähigkeit
15 Flow – Der Tunnel
Für´s Dranbleiben brauchen wir einen optimalen Erregungszustand, einen gewissen Stresslevel. Wir dürfen lernen, Stress zu bewältigen, uns auf Wettkämpfe zu freuen und uns an Druck zu gewöhnen. Mache dir immer bewusst, du hast dich für den Wettkampfstarts aus freien Stücken entschieden.
Mihaly Csikszentmihalyi (sprich „Tschick Sent Mihaji“) entwickelte das Konzept von Flow Mitte der 70er Jahre und leistet mit weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Csikszentmihalyi und Jackson (2000, S. 13) schreiben in „Flow im Sport“: „Flow [ist] ein Bewusstseinszustand, in dem man völlig in dem aufgeht, was man gerade tut, ohne irgendwelche anderen Gedanken oder Emotionen zu haben.“
Voll und ganz vertieft sein, tief aus dem Tun selbst heraus motiviert sein und „Aufgehen“ in einer Tätigkeit lässt sich besonders gut bei fasziniert spielenden Kindern beobachten, die alles um sich herum vergessen, die Welt um sich kaum noch wahrnehmen und sich nur noch auf ihr Spiel konzentrieren. Kinder haben Spaß an ihrem Spiel und leben im Hier und Jetzt.
Für den Zustand von Flow bei Sportlern gibt es nach Csikszentmihalyi und Jackson (2000, S. 7) viele Bezeichnungen – „optimale Erfahrung, wie in Trance spielen, sich high fühlen und völlig konzentriert sein“.
Weitere Assoziationen für den Zustand des Flow: alles im Griff haben, nichts kann dich aufhalten, nichts kann schief gehen, ich existiere nur noch für das eine, ich habe keine Angst, spüre keine Schmerzen, Schwebezustand, in Spitzenform, wie ferngesteuert, unschlagbar, stark. Diese Gefühle, die sich dabei einstellen können, gehören zu den intensivsten im Leben.
16 Verschwende keine Zeit mit Neid.
Lerne ich vom Erfolg anderer? Oder bin ich neidisch? Sei neugierig und hungrig.
Frage dich:
Warum sind sie besser als ich?
Warum erhalten sie Chancen?
Was schätzen Trainer an diesen Sportlern?
Welche Fähigkeiten und Stärken haben andere (bessere) Sportler, die ich noch nicht ausreichend entwickelt habe?
So beginnt Lernen und Weiterentwicklung.
17 Arbeite mit einem Mental Coach, Psychologen oder Sportpsychologen zusammen.
Sei mutig und schaue der Wahrheit ins Gesicht. Coaching Sitzungen kosten Geld und Energie, aber es lohnt sich.
Nutzen: Klarheit bzgl. Werte und Ziele – du weißt, was du willst; Muster erkennen; an Glaubenssätzen arbeiten; Beobachten ohne Bewerten; ein besserer Mensch (für die Welt) werden. Erkenne, warum dich ein Thema beschäftigt.
Weitere Tipps für Mentale Stärke im Sport:
- Reaktiv – proaktiv
Reaktiv handeln bedeutet, auf äußere Reize oder Situationen zu warten und erst dann zu reagieren. Nach Niederlagen sind Sportler meist reaktiv.
Proaktiv handeln bedeutet, Situationen aktiv zu gestalten, bevor sie entstehen. Fokus liegt auf Prävention, Vorbereitung und Taktik.
Analysiere Fehler, stelle dir Fragen statt zu explodieren. - „Ich habe alles gewonnen, was ich je hätte gewinnen können. Ich mache das nicht, um irgendjemandem etwas zu beweisen.“ Ich mache das für mich 😊“ schreibt Lindsey Vonn auf LinkedIn. Tue es für dich, nicht für jemand anderen.
- Mich inspiriert an Lindsey Vonn ihre radikale Eigenverantwortung: Sie hat sich nie über Zuschreibungen definiert, sondern über Entscheidungen. Alter, Verletzungen, Prothesen wurden nicht zu Ausreden, sondern zu Rahmenbedingungen, mit denen sie gearbeitet hat. Wer Ausreden sucht wird sie immer finden …
- Du entscheidest, ob du erfolgreich bist oder nicht. Niemand anders.
- Meinungen von Fans sind irrelevant.
- Gib Deine Fehler zu statt auf andere zu zeigen oder Ausreden zu benutzen.
- Verfolge Deine Vision. Lasse Dich von niemandem davon abhalten.
- Hansi Flick: „Der Erfolg ist nur gemietet. Und die Miete ist jeden Tag fällig.“
- Erfolg im Sport ist kein Zufall, sondern das Resultat eines strukturierten, langfristigen Leistungsaufbaus und Entwicklung.
- „Alles geschieht für dich, nicht gegen dich“ (im Original von Byron Katie: Everything happens for you, not to you)
Das Leben passiert und wir reagieren darauf. Entscheidend ist, wie du darauf reagierst. - Führe einen angemessenen Lebenswandel: Wechsel zwischen Loslassen, Hobbys, Ausgleich und Training und Wettkampf.
- Die Qualität deines Training und deiner Handlungen entscheidet über deine Wettkampferfolge.
Schlechtes Training → Schlechter Wettkampf → Möglicherweise folgen weitere schlechte Wettkämpfe. - Drei Schritte vor, zwei zurück, das Auf und Ab einer Achterbahnfahrt sind Teil und Realität eines Sportlerlebens.
- Glaube an deine Möglichkeiten, kenne und vertraue deinen Stärken und Fähigkeiten.
Kopiere niemand. - Trenne Sache von der Person. Trenne ein „Ereignis“ oder Versagen von dir als Mensch und Sportler.
- Sei der Erste, der sich meldet, wenn es etwas tun gibt.
- Andere müssen nicht alles verstehen, was du tust und entscheidest.
- Lerne den Unterschied zwischen Schmerzen und Unbehagen.
- Übernimm Verantwortung für Deine Gedanken und Emotionen – jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.
- Bei konsequenter Anwendung mentaler Techniken zeigen sich erste Effekte meist innerhalb von 1–2 Wochen, spürbare Veränderungen nach 4–8 Wochen und nachhaltige Ergebnisse nach mehreren Monaten.
Tue und nimm wahr, was sich verändert.
©Deine Antje
Quellen, Literatur
KAHN, O.: Ich. Erfolg kommt von innen. Goldmann, München, 2010, S. 165.
Heimsoeth, A. (2024) Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf. 3. Auflage. pietsch
BESWICK, B.: Mental gewinnen. Erfolgsfaktoren im Fußball, onLi-Verlag, Leer, 2011.
Antje Heimsoeth „Mentale Stärke: Was wir von Spitzensportlern lernen können“, Verlag C.H. Beck, München, 128 Seiten, ISBN-13: 978-3406708343, Preis: 6,90 €
CSIKSZENTMIHALYI, M.: Flow im Sport. Der Schlüssel zur optimalen Erfahrung und Leistung. blv, München, 2000.
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