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Umgang mit Angst vor Scheitern

Umgang mit Angst vor Scheitern - Antje Heimsoeth

Jeder kennt dieses Szenario: Du hast ein aufregendes Ziel im Kopf, du hast deine „Hausaufgaben“ gemacht, du bist gut vorbereitet, aber es passieren Dinge, die verhindern, dass du dein Ziel erreichst.

Ich hatte heute ein Golferin bei mir im Coaching. Das Thema war, dass sie sich einfach nicht herunterspielen kann. Grund: Die Angst, dass sie dann die gezeigte Leistung nicht wieder erneut abrufen kann. Angst, wenn sie einen guten Lauf hätte, dass dieser gute Lauf eines Tages wieder beendet ist. Und sie hat den Glaubenssatz von ihrer Mutter übernommen: „Falle nicht auf“. Wenn man aber eben auf dem Siegertreppchen steht, dann steht man auch mehr als sonst im Rampenlicht. Die Angst vor Neid hindert sie ihr Handicap runterzuspielen. Sie möchte sich unbedingt zugehörig fühlen und hat Angst, wenn sie jetzt plötzlich durchstartet, dass sie dann nicht mehr den Menschen im Club zugehörig ist. Darüber hinaus konnte sie sich das Siegertreppchen in ihrem Kopf nicht vorstellen. Ja, ganz klar, die Angst, dass eines Tages der gute Lauf wieder vorbei sein könnte, ist natürlich berechtigt, aber das ist das Leben. Selbst Profigolfer, die üben üben üben, deren Lebensinhalt überwiegend aus Golfen besteht, berichten von diesem Auf und Nieder immer wieder, und dass auch mal in einer Saison relativ wenig zusammen ging. Obwohl man das Gefühl hat, dass man sich wirklich körperlich top fit fühlt und von der Beweglichkeit her verbessert hat, kann es sein, dass irgendwie nichts zusammengeht. Dasselbe gilt auch für das Berufsleben. Es kann sein, dass man das Gefühl hat, man ist bestmöglich vorbereitet, hat großes Fachwissen, hat an seinen sozialen Kompetenzen gearbeitet und trotzdem will es mit der Karriere irgendwie nicht weitergehen.

Wie kann ich in solchen Zeiten mutig meinen Weg gehen?

Übernimm die Verantwortung für nicht genutzte Möglichkeiten und Chancen.

Bereite dich in deinem Kopf darauf vor, dass solche Zeiten, in denen du deine Gelegenheiten nicht nutzen kannst, immer wieder in deinem Leben passieren werden. Je mehr du versuchst diese zu vermeiden, umso weniger wagst du, riskierst du und bist du mutig und umso mehr ziehst du diese im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung an. Schau, was es in diesem Moment deines Lebens zu lernen gibt. Mach einen Vorteil für dich daraus und mach dir bewusst, dass du bei der nächsten Gelegenheit die Veränderung für dich nutzen kannst. Verändere das, was den Unterschied macht. Analysiere akribisch deine Fehler, Blockaden und Schwächen. Georg Hackl erzählte mir in einem Interview, dass ihm oft das Scheitern oder gemachte Fehler tagelang durch den Kopf gingen.
Lerne aus deinen Fehlern und Niederlagen.

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Jeden Tag ein bisschen besser werden

Wenn du weiterkommen möchtest, ob jetzt im Sport oder in deinem Beruf, dann erinnere dich immer wieder daran, dass es deine Verpflichtung ist, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Mach dich selbst nicht runter in Zeiten, wo es mal nicht so gut läuft, kämpfe nicht gegen dich selbst an. Kümmere dich um eine nächste Möglichkeit, um dich beweisen zu können und hake das Scheitern ab. Die nächste Gelegenheit gibt dir die Chance zu zeigen, dass du aus deinen Fehlern und deinem Scheitern gelernt hast. Du kannst es beim nächsten Mal besser. Bis dahin hast du es geübt, geübt und nochmals geübt. Das ist das, was wir vom Spitzensport lernen können, denn nur durch diszipliniertes Üben, Üben, Üben kommst du im Spitzensport an die Spitze. Bleib dran, immer und immer wieder. Wenn dir bewusst geworden ist, was zum Scheitern geführt hat, dann kannst du dir genau überlegen, was du tun musst, damit es dazu nicht mehr kommt. Fokussiere dich dann nicht mehr auf das Scheitern, das Problem, sondern auf die Lösung, auf das Tun, auf die nächsten konkreten Schritte, auf gezielte Maßnahmen.

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Du musst dich selbst immer wieder ermutigen.

Es ist deine Aufgabe dich, dein Gehirn, immer wieder in einen positiven Zustand zu bringen. Aus welchen Gründen? Weil es dich nicht weiter bringt, die Hände in den Schoß zu legen und zu warten, bis jemand vorbeikommt, der dich ermutigt bzw. aufbaut und in einen guten Zustand bringt, sodass du dich besser fühlst. Vertraue dir selbst. Genau um diese Affirmation ging es auch heute für die Golferin. Wir haben dann im weiteren Coaching herausgefunden, dass „vertraue dir“ ein Lebensthema bei ihr ist. Vertraue dir, dass du herausfinden wirst, was geht und was nicht geht. Entwickle den Glauben daran, dass du alles, was du tust, auf eine bessere Zukunft für dich einzahlt. Stärke dich mit der Visualisierung von zukünftigen oder vergangenen Erfolgen.

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Wenn du eine Gelegenheit verpasst hast oder nicht bestmöglich vorbereitet warst und somit einen Rückschlag bei der Realisierung deiner Ziele erlitten hast, dann ist es wichtig, dass du dich möglichst schnell wieder auf das Gleis setzt bzw. deinen Weg in Richtung Ziel weitergehst. Verlierst du deine Disziplin, finde sofort wieder zu dieser zurück. Vergisst du deine guten Gewohnheiten bzw. Rituale einzuhalten, halte sie wieder ein. Wenn etwas in die falsche Richtung läuft, dann tu alles, dass es wieder in die richtige Richtung läuft. Das mag manchmal hart sein. Das mag dir manchmal auch Angst machen. Bleib unbedingt aktiv und in einem positiven Zustand. Sieh dich innerlich im Kopfkino schon angesichts deines Siegs jubeln, denn du kannst es.

Die Höhen und Tiefen im Leben
Bedenke: Wo lernst du mehr im Leben? Oben auf den Gipfeln oder in den Sümpfen, in den Tälern des Lebens? Genau, wenn du auf den Gipfeln des Lebens bist, dann bist du meist nicht mehr sehr offen für weitere Gedanken, bist nicht sehr neugierig. Wenn wir in den Tälern des Lebens sitzen, dann sind wir dankbar für Tipps, reflektieren uns. Die Beschäftigung mit dir selbst in solchen Momenten wird Talente, Fähigkeiten, Stärken, Wünsche nach oben spülen, die dir auf den Gipfeln nicht zugänglich sind. In Zeiten des Scheiterns, in Zeiten von Unglücken verändert sich oftmals für uns das Leben. So wie sich nach meinem sehr schweren Reitunfall, aufgrund dessen ich meine vier Pferde verkaufen und den Reitsport erst mal beenden musste, ich mich dann dem Coaching, dem Mentaltraining und der Beschäftigung mit mir selbst zuwandte, veränderte sich mein Leben komplett. Ich möchte nie mehr mein altes Leben führen müssen, auch wenn mein heutiges Leben einen Preis hat.

Umgang mit Angst vor Scheitern - Opfer - Gestalter - Antje Heimsoeth
Viele Menschen ändern sich nie. Sie warten ihr Leben lang auf Veränderung, warten ihr Leben lang darauf glücklich zu sein. Diese Menschen haben sich ins Schicksal ergeben. Sie suhlen sich im Selbstmitleid und sind in der Opferrolle. Sie verweigern die Kontrolle über die Situation und ihr Leben zu übernehmen. Sie verweigern die Kontrolle über ihre Karriere, ihr Gesundheit, ihre Beziehungen und ihre Finanzen zu übernehmen.

Ein Scheitern ist immer nur eine vorübergehende Situation. Auch die Täler des Lebens gehen vorüber. Wenn du allerdings noch tiefer in den Sumpf gehen möchtest, dann musst du nur noch negativer werden und noch mehr in die Enttäuschung hineingehen. Die Täler des Lebens werden vorübergehen, wenn du die Chancen für einen Neubeginn ergreifst. Du musst dich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen und zurückkommen, ich wieder auf den Weg Richtung Gipfel machen und das möglichst mit einem Plan und Strategien.

Du kannst gehen, wo immer du hingehen möchtest. Du kannst tun, was immer du tun möchtest. Du kannst werden, was immer du werden möchtest. Du kannst es. Beginne jetzt, egal wo du bist.

Ja, das hat einen Preis. Ich meine hiermit nicht den finanziellen Preis, das möglicherweise auch. Zu machen, was man immer schon machen wollte, hat Auswirkungen und Konsequenzen auf dein Leben. Setz dich mit diesen auseinander. Triff eine Entscheidung und dann starte.

Weiterlesen: Der Preis für Erfolge

Viele Spitzensportler haben mir erzählt, dass sie aus jedem Scheitern noch stärker hervorgegangen sind und es danach besser und besser wurde. Du entscheidest auf welcher Seite des Lebens du sitzen magst. Warst du schon mal mit der Flamsbahn unterwegs? Das ist eine Bahn, die durch die wunderschöne Bergwelt Norwegens fährt, erst eine Stunde hinauf über einen Pass und auf der anderen Seite wieder zu einem See hinunter. Wie es eben nun mal ist, wenn man mit einer Bergbahn fährt, so fährt diese Bergbahn auf der einen Seite an einer Felswand entlang. Die Gäste, die auf dieser Seite Platz gefunden hatten, weil auf der anderen Seite schon alles belegt war, blieben teilweise während der gesamten Fahrt mit langen Mundwinkeln dort sitzen. Ich stand auf und habe mich in die zweite Reihe gestellt, um auch einen wunderschönen Blick in diese tolle Bergwelt zu haben. Du entscheidest, ob du aufstehst … auf welche Seite des Lebens du gehst.

Umgang mit Angst vor Scheitern - Mindset - Antje Heimsoeth

Um noch ein anderes Bild zu nutzen: Du entscheidest, durch welche Tür des Lebens du gehen möchtest – ob du lieber wieder in das alte Leben, das dir schon bekannt ist, auch mit allen negativen Konsequenzen, ob du dieses alte Leben weiterleben möchtest oder ob du durch die Tür gehst, hinter der große Gelegenheiten auf dich warten, hinter der Abenteuer auf dich waren. Fokussiere dich auf all das, was dich erfolgreich sein lässt, was immer Erfolg für dich ist. Bleib nicht liegen, steh wieder auf. Bleib nicht im Selbstmitleid hängen, sondern mach einen Zielvertrag mit dir selbst, der dir hilft deine Ziele und deine Exzellenz zu erreichen.

Viel Erfolg dabei!

© Deine Antje Heimsoeth

Weitere Tipps aus dem Mentaltraining und der positiven Psychologie lesen Sie in meinem Bestseller „Kopf gewinnt“! oder in „Sportmentaltraining“. Mit einem Vorwort von Oliver Kahn.

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