Podcast: Erste Schritte als neue Führungskraft - Antje Heimsoeth
Podcast: Erste Schritte als neue Führungskraft
5. September 2018
Prüfungen im Jurastudium souverän meistern - Antje Heimsoeth
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Stutenbissigkeit – Sackgasse Sabotage

Stutenbissigkeit – Sackgasse Sabotage - Antje Heimsoeth

Sackgasse Sabotage – warum Frauen nicht nur an der gläsernen Decke, sondern auch an sich selbst und ihren Geschlechtsgenossinnen scheitern

Nur ein Drittel aller Führungskräfte in europäischen Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern sind laut EU-Kommission weiblich – und verdienen knapp ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Top-Management der Firmen sind sogar knapp 85 Prozent Männer. Es gibt zahlreiche Erklärungen, warum das so ist, etliche davon begründen sich in äußeren Umständen. Doch manchmal blockieren Frauen sich beim Weg nach oben auch selbst– durch ihre innere Haltung und durch die Sabotage ihrer Geschlechtsgenossinnen.

Neid und Angst von Kolleginnen, weiblichen Entscheidern, Vorgesetzten oder Auftraggebern können zu echten Karrierehindernissen werden. Die Sabotage durch andere hat viele Gesichter. So haben israelische Wirtschaftswissenschaftler herausgefunden, dass gut aussehende Frauen bei Bewerbungen seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden als attraktive männliche Bewerber. Mehr noch: Gut aussehende Männer werden doppelt so oft eingeladen als Durchschnittstypen. Die Forscher gingen diesem Phänomen auf den Grund und fanden heraus, dass die Auswählenden in der firmeneigenen Personalabteilung zu 85 Prozent Frauen sind. Die These: Personalerinnen wollen keine attraktive Konkurrenz im eigenen Haus, wohl aber den netten Anblick männlicher Kollegen. Und damit bleibt mancher hochqualifizierten Frau die Chance aufs Weiterkommen allein aufgrund ihres Aussehens versperrt (Quelle: spiegel.de). Die Wissenschaft hat in verschiedensten Studien nachgewiesen: Frauen fürchten oftmals den Erfolg von Kontrahentinnen. Neid und Missgunst steuern das Handeln, wenn die Kollegin, Bewerberin oder Mitbewerberin zu schön, zu klug oder zu selbstbewusst erscheint.

Höchste Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was uns auf dem Weg zur Gleichstellung wirklich nutzt: gegenseitige Unterstützung, Souveränität, Gelassenheit und Selbstvertrauen. Ein kleiner Wegweiser aus der Sackgasse:

Umgang mit Blockaden …

Seien die Hindernisse äußerer Natur oder in der inneren Haltung begründet – jede Frau sollte sich ihrer bewusst werden und klare Entscheidungen fällen. Mag sein, dass der Ehepartner nicht kompromissbereit in Sachen Freizeit und Familie ist. Mag auch sein, dass der Chef ein Problem mit Frauenförderung hat. Auch die Kinderbetreuung mag schwierig sein. Aber ich bin davon überzeugt: Wenn Frau wirklich will, dann schafft sie sich eine Umgebung mit Partner, Kinderbetreuung usw., in der sie ihre Träume verwirklichen kann. Dann kommt sie vom Klagen ins TUN! Es ist einfach, stets anderen die Schuld für die eigene Stagnation zu geben. Doch wie will Frau in einer Führungsposition bestehen, wenn sie bereits an der Basis scheitert?

… und selbstgewählten Einschränkungen

Die Weichen fürs weibliche Hintertreffen werden früh gestellt. Es beginnt mit selbst gewählten Ausbildungswegen, die später wenig Einkommen bescheren. Es setzt sich fort mit der Akzeptanz angebotener Gehalts- und Arbeitsplatzmöglichkeiten. Und zeigt sich bei verschiedensten Gelegenheiten, wenn Frau ihr Licht unter den Scheffel stellt statt ihre Stärken selbstbewusst zu zeigen. Wenn sie sich zugunsten der Familie auf Teilzeitjobs beschränkt, die Finanzen ihrem Partner überlässt oder Geld verdienen gar für anrüchig hält. Wer die Versorgung allein dem Partner überlässt und sich damit bequem im Leben einrichtet, bringt sich selbst um Gestaltungsmöglichkeiten und Perspektiven. Die Selbstsabotage ist eins von vielen Hindernissen. Doch je mehr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, je mehr Klarheit und Entschlossenheit Frauen besitzen, desto besser können sie inneren und äußeren Widrigkeiten begegnen.

Selbstverständnis: Frauen haben das gleiche Recht auf Karriere wie Männer

Würden wir Frauen von Natur aus mit dem Selbstbewusstsein gesegnet sein, dass wir von Männern kennen, gäbe es weitaus weniger Anlass für Neid und Missgunst. Würden wir mit größter Selbstverständlichkeit nach den Sternen am Berufshimmel greifen und die Familiengründung und –pflege als grundsätzlich gemeinschaftliche Pflicht betrachten, und würde daraus ein gesellschaftlicher Konsens erwachsen, dann würde Stutenbissigkeit gegenüber karriereorientierten Frauen vielleicht zu einer Randnotiz verkommen. Doch solange Karrierefrauen von anderen Frauen als machthungrig und berechnend eingestuft werden und sich in die soziale Isolation begeben, wenn sie an ihren Zielen festhalten, gilt es, Stutenbissigkeit mit Souveränität und Selbstbewusstsein zu begegnen.

Tipp: Das Erfolgstagebuch

Erinnern Sie sich eher an negative Ereignisse als an Ihre Erfolge? Damit Ihre positiven Erlebnisse, große und kleine Erfolge nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten, rate ich zum Führen eines persönlichen Erfolgstagebuchs. Dort dokumentieren Sie Ihre Erlebnisse und Erfolge möglichst detailgenau. Schaffen Sie ein Bild ihrer erfolgreich bestandenen Herausforderungen. Wenn Sie dieses Buch in Momenten der Niederlage, des Haderns oder Zweifelns zur Hand nehmen, führt es Ihnen deutlich vor Augen: Es ist und war nicht alles schlecht. Und es gibt etliches, auf das ich stolz sein kann.

Schreiben Sie am besten täglich oder mindestens wöchentlich die kleinen und großen Erfolgserlebnisse im Berufs- und Privatleben auf:

  • Was haben Sie gut gemacht?
  • Was war ein Schritt nach vorne?
  • Wofür wurden Sie gelobt?
  • Was haben Sie dazu gelernt?
  • Welche Probleme haben Sie gelöst?
  • Welche Eigenschaften und Fähigkeiten haben zum Gelingen beigetragen?
  • Welche Widerstände mussten Sie dabei überwinden?
  • Worauf können Sie stolz sein?

Listen Sie alles auf, was Sie als Erfolg definieren, losgelöst von Erfolgsdefinitionen. Und freuen Sie sich über Ihre Dokumentation. Sie stärkt Ihnen den Rücken, wenn Ihr Umfeld Ihnen Steine in den Weg legt oder Sie vor herausfordernden Situationen stehen.

Schlüsselfaktoren Selbstvertrauen, Konsequenz und Durchsetzungsvermögen

Wenn ich mit weiblichen Führungskräften arbeite und diese ihr Selbstvertrauen auf einer Skala von 0 bis 10 einstufen sollen, ordnen sich viele bei 2 bis 3 ein. Wer von sich nicht richtig überzeugt ist, hat auch Schwierigkeiten, andere von sich zu überzeugen. Dabei ist das der erste Schritt, um voranzukommen. Barbara Bermes, Produktmanagerin bei Mozilla Firefox, sagt mit Blick auf ihre Branche: „Es ist wichtig, dass Frauen ein bisschen selbstbewusster werden und sich viel austauschen.“ Frauen seien auch beim Bewerben eher zurückhaltend. „Man muss nicht fünf von fünf Sachen in den Requirements erfüllen. Unternehmen sollten auch deswegen die Anforderungen bewusst so kurz wie möglich halten. Und Firmen sollten auch mehr darauf achten, Frauen als Speaker bei Konferenzen zu engagieren“ (Quelle: business-punk.com). Vorankommen in Sachen Gleichstellung gelingt nur, wenn auf vielen Ebenen ‒ in der inneren Haltung und den äußeren Möglichkeiten ‒ Offenheit herrscht.

Beispiel China: Highway statt Sackgasse

Der berühmte Blick über den Tellerrand führt uns vor Augen, wie viel Nachholbedarf wir hierzulande beim Thema Frauen in Führungspositionen noch haben. China hat international mit 38 Prozent einen der höchsten Anteile von Frauen im Top-Management. Wohlgemerkt: ohne Frauenquote. Die ehemalige Topmanagerin Bettina Al-Sadik-Lowinski hat sich mit weiblichen Topmanagerinnen in China befasst und sagt: „Die Zustimmung in der Gesellschaft für berufstätige Frauen, die gleichzeitig Kinder haben, ist in China extrem hoch. Frauen mit erfolgreichen Managementkarrieren sind gesellschaftlich sehr angesehen, ihr Image als Führungskraft extrem positiv.“ Eine Vollzeittätigkeit mit Kind gehört in der asiatischen Nation zum Alltag. Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere gelingt hier oft dank der Großeltern. Doch günstige äußere Umstände sind nur ein Erfolgsfaktor, auch die innere Haltung trägt dazu bei.

„Chinesinnen verfolgen ihre Karrieren von Anfang an sehr zielstrebig. (…) Sie sind extrem flexibel, was Arbeitsort und Inhalte angeht. (…) Sie mögen Veränderungen und suchen sie ganz bewusst. Und alle sind extrem mobil und nehmen in Kauf, dass sie zwischen Arbeit und Familie pendeln oder für die Karriere umziehen müssen“, so Al-Sadik-Lowinski (Quelle: wiwo.de). Hier gehen die innere Haltung und der Ausbau karriererelevanter Fähigkeiten Hand in Hand mit einem unterstützenden Umfeld.

Wie sich Stärken entdecken und nutzen, Ziele erarbeiten und erreichen oder weibliche Stolpersteine aus dem Weg räumen lassen, erläutere ich in meinem neuen Ratgeber „Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen“ (Springer Gabler, 19,99 Euro). Das Buch zeigt Wege aus der Selbst-Sabotage und den souveränen Umgang mit Hindernissen wie Neid oder mangelhafter Unterstützung aus dem Umfeld. Es ist ein an weiblichen Bedürfnissen ausgerichteter Leitfaden zur persönlichen Weiterentwicklung. Ich blicke hinter die Kulisse erfolgreicher Frauen, lasse Gastautorinnen aus der Wirtschaft und dem Coaching zu Wort kommen und gebe Tipps für ein erfolgreiches Selbstmanagement. Weiterentwicklung beginnt bei uns selbst.

Verwendete Quellen:

Heimsoeth, A. (2018) Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen. SpringerGabler, Wiesbaden, S. 152-153.

http://www.spiegel.de/karriere/diskriminierung-bei-bewerbungsfotos-a-826089.html

http://www.business-punk.com/2018/06/interview-barbara-bermes/?xing_share=news

https://www.wiwo.de/erfolg/management/frauen-in-fuehrungspositionen-chinesinnen-gehen-dahin-wo-die-chancen-warten/22775774.html

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