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Wahrnehmungstypen und Repräsentationssysteme

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Die Wahrnehmungstypen

Wir können äußeres Wahrnehmen von innerem Wahrnehmen unterscheiden und hier wiederum unterscheiden wir zwischen unmittelbarer Wahrnehmung, erinnern und konstruieren. Normalerweise bevorzugen Menschen einen der drei Hauptsinne, so gibt es Menschen, die eher visuell, eher auditiv oder eher kinästhetisch orientiert sind.

Wissen Sie zu wie vielen Prozenten wir bewusst oder unbewusst unser Handeln beeinflussen? Es sind ca. 85% Unterbewusstsein und lediglich ca. 15 % Bewusstsein.

Beispiele für bewusstes Wahrnehmen:

  • Gespräch in einer lauten Umgebung → Ausblenden der Umgebungsgeräusche und Konzentration auf die Worte des Gesprächspartners
  • Bewusstes Wahrnehmen der Atembewegung
  • Bewusstes Wahrnehmen von bestehenden Spannungen
  • Bewusstes Wahrnehmen der Augenpartie
  • Bewusstes Wahrnehmen von Körpersymptomen

Die bewusste Wahrnehmung verwandelt unser Leben, denn sie macht u.a. unsere scheinbar fest gefügten, zentralen Glaubenssätze transparent.

Wir sind ständig vielen Reizen ausgesetzt, die auf unsere Sinnesorgane treffen. Wir erleben unsere Umgebung durch unsere fünf Sinne: wir sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen. Alle Informationen von außen erreichen uns also über unsere Sinne. Wir speichern diese Informationen oft auch in derselben Art ab, wie wir sie bekommen haben: So können wir innere Bilder sehen, Töne hören, uns an Gerüche oder an einen Geschmack erinnern und wir können im Geist auch Berührungen und sogar Gefühle wieder erleben.

Im NLP bezeichnet man alle fünf Sinneskanäle oft mit der Abkürzung VAKOG.
VAKOG steht für:

V

wie visuell: das Sehen

A

wie auditiv: das Hören von Geräuschen, Tönen, Stimmen

K

wie kinästhetisch: das Fühlen durch Tasten, Berührungen unser Haut aber auch Magenschmerzen und Verspannungen

O

wie olfaktorisch: das Riechen

G

wie gustatorisch: das Schmecken

Schmecken und Riechen spielen in unserem Kulturkreis eher eine untergeordnete Rolle.

Ein Experiment – Wie erinnern wir uns?

Denken Sie doch einmal kurz an die Grundschule, zu der Sie als Kind gegangen sind und achten Sie einmal darauf, wie Sie sich genau daran erinnern. Was fällt Ihnen zu Ihrer Grundschule als erstes ein: Ist es das Bild des Gebäudes oder hören Sie den Klang einer vertrauten Stimme oder vielleicht haben Sie auch einfach nur ein Gefühl, das Sie früher in der Schule hatten. Ist es ein besonderer Geruch, den Sie mit Ihrer Schule verbinden oder vielleicht der Geschmack einer Speise oder eines Getränkes? Wie erinnern Sie sich an Ihre Grundschule?

Unsere Erinnerung hängt von unseren Sinnen ab

Wir alle erinnern uns unterschiedlich. Die Art, wie wir uns erinnern, ist sehr eng an die Sinne gekoppelt, die wir am liebsten nutzen. Viele Menschen sehen zuerst ein Bild vor Augen, wie Ihre Grundschule ausgesehen hat. Andere dagegen erinnern sich zuerst an Geräusche oder Gefühle. Wieder andere erinnern sich an den Geruch auf den Gängen. Wir erinnern uns also, indem wir uns Sinneseindrücke zurückholen und in unserem Kopf noch einmal erleben. Im NLP sagt man, wir repräsentieren eine Erfahrung durch einen oder mehrere Ihrer Sinneskanäle.  Deswegen nennt man die fünf verschiedenen Sinneskanäle auch Repräsentationssysteme.

Die Tabelle enthält Beispiele aus jedem Repräsentationssytem.

visuell auditiv kinästhetisch ohne Hinweis
sehen hören fühlen lernen
Blicke Geräusche Berührungen Erinnerungen
klar laut warm denken
Perspektive zuhören gehen wissen
erscheinen sagen streicheln verstehen
Übersicht Klang Spannung wahrnehmen
vorhersehen nachfragen schreiben nett sein

Sinneseindrücke lösen bei uns oft automatisch Gefühle, Gedanken und  Reaktionen aus.  Jedes Mal, wenn jemand das Wort „New York“ sagt, höre ich z.B. sofort den Rap-Song „New York, New York big city a dream…“.  Da kann ich gar nichts dagegen machen.  Wenn ich Zimt rieche, erinnere ich mich sofort an Weihnachten und wenn ich „unser Lied“ höre, dann überfällt mich sofort ein romantisches Gefühl. Das ist wie ein Reflex.

Quelle: Antje Heimsoeth. Mental-Training für Reiter. Müller Rüschlikon. 2008. S. 42 – 43

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