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14. Mai 2011Trainingsweltmeister – trainingsstark, wettkampfschwach? Ursachen und Lösungen aus dem Sport Mental Coaching
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Der Inhalt thematisiert das Phänomen des „Trainingsweltmeisters“, also Sportler, die im Training Höchstleistungen erbringen, diese aber im Wettkampf nicht abrufen können. Ich erörtere in dieser Podcastfolge mögliche Ursachen und gebe konkrete Handlungsempfehlungen, um die Trainingsleistung erfolgreich in Wettkampfergebnisse umzusetzen. Es werden Beispiele aus dem Sport sowie Tipps für den beruflichen Kontext genannt.
Key Takeaways
- Ursachensuche im Sport Mental Coaching sinnvoll: Mental Coaching ist oft unerlässlich, da man durch die eigene Brille die Ursachen für Leistungsprobleme nicht erkennt. Ein externer Mental Coach kann durch eine gewisse Distanz oft mehr sehen und helfen, diese mentale Blockade aufzulösen. Selbst intensives Konsumieren von Fachliteratur und Videos ersetzt nicht immer die individuelle Analyse und Lösung im Coaching.
- Körperliche Voraussetzungen prüfen: Leistungseinbrüche im Wettkampf können auf mangelnde körperliche Voraussetzungen wie Kraft, Gleichgewicht, Koordination, Schnelligkeit oder Ausdauer zurückzuführen sein. Trainer sollten hier proaktiv auf Defizite hinweisen.
- Bedeutung von äußeren Bedingungen: Äußere Bedingungen wie Hitze (z.B. Olympische Spiele in Tokio) oder Lichtverhältnisse (Flutlicht beim Reiten, Licht/Schatten beim Skifahren) können Fehlerursachen sein. Sportler sollten sich frühzeitig auf solche klimatischen Bedingungen vorbereiten. Auch Materialfehler oder schlichtes Pech können eine Rolle spielen.
- Gefahr der Überhöhung des Wettkampfs: Wenn einem Wettkampf, selbst Olympischen Spielen, zu viel Bedeutung beigemessen wird, steigt die Gefahr von Versagensangst und Nervosität. Diese Überhöhung führt dazu, dass die im Training gezeigten Leistungen nicht abgerufen werden können. Es ist wichtig, Wettkämpfe als das zu sehen, was sie sind, und nicht als einmalige, alles entscheidende Lebensereignisse.
- Idealer Leistungszustand finden: Der ideale Leistungszustand, auch Flow genannt, liegt zwischen den Polen Entspannung (Chillen, Sofamodus, Sauna) und Überforderung (Übererregung, zu viel Ehrgeiz, übermotiviert). Mental Coaching zielt darauf ab, dass Athleten sich in diesen Flow Zustand (idealer Leistungszustand (ILZ)) bringen können – ohne den Flow Zustand erzwingen zu wollen.
- Training unter Wettkampfbedingungen: Es ist essenziell, unter realitätsnahen Wettkampfbedingungen zu trainieren. Dies kann durch Übungswettkämpfe oder das Üben unter ungewohnten Umgebungsbedingungen geschehen.
- Detaillierte Visualisierung des Ablaufs: Visualisiere nicht nur das Ziel, sondern den gesamten Wettkampftag inklusive aller Details wie Aufstehzeiten oder Essensplanung. Das Niederschreiben des genauen Ablaufs in einer Liste hilft, nichts dem Zufall zu überlassen. Die Wettkampfkleidung sollte erst am Wettkampfort angezogen werden, um den Übergang in den Wettkampfmodus bewusst zu steuern.
- Erfolgstagebuch führt zu Selbstvertrauen: Das wöchentliche oder tägliche Festhalten von kleinen, mittleren und großen Erfolgen zahlt auf das Selbstvertrauen ein. Viele Athleten tun sich schwer damit, da sie zu stark auf Fehler und Mängel fokussiert sind oder zu hohe Ansprüche an sich stellen. Erfolgserlebnisse im Training heben die Stimmung und liefern Energie für schwierigere, größere Ziele.
- Fokus auf das Ziel, nicht auf den Störfaktor: Fokus bedeutet, sich auf das zu konzentrieren, was man erreichen will, und nicht auf das, was man vermeiden möchte. Beim Elfmeter sollte man sich auf einen Knoten im Netz konzentrieren, nicht auf den Torwart selbst.
- Rituale geben Sicherheit: Rituale und Routinen, wie sie Oliver Kahn pflegte, geben Sicherheit im Wettkampf und helfen, die guten Trainingsleistungen abzurufen. Diese sollten schriftlich festgehalten werden und umfassen alles von der Morgenroutine bis zu Entspannungs- und Aktivierungsübungen vor dem Start. Sie helfen besonders, wenn gewohnte Unterstützung (z.B. durch den Trainer) fehlt.
- Nutzung von Wenn-Dann-Plänen: Wenn-Dann-Pläne (Handlungspläne) helfen, auf spezifische Ereignisse im Wettkampf oder davor vorbereitet zu sein. Diese Pläne können auf mentaler, emotionaler und verhaltensbezogener Ebene formuliert werden. Sie stellen sicher, dass man im Ernstfall nicht unvorbereitet reagiert, sondern eine definierte Strategie verfolgt.
- Musik zur Stimmungsregulierung nutzen: Musik hat eine starke Wirkung auf den emotionalen Zustand und kann zur Aktivierung oder Entspannung genutzt werden. Es ist wichtig, eine Auswahl an Musik dabei zu haben, aber das Smartphone sollte am Wettkampfort in den Flugmodus geschaltet werden, um Ablenkungen zu vermeiden.
► Weiterlesen in meinem Buch „Sportmentaltraining. Erfolg beginnt im Kopf“, 3. Auflage, oder „Golf mental: Mentale Stärke auf und neben dem Platz“, 3. stark überarbeitete Auflage.
<< Mehr dazu auch im Online Training Sportmentaltraining: https://angebot.antje-heimsoeth.de/online-kurs-sportmentaltraining/ >>
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